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Eckernförder Zeitung

23. Oktober 2017 | 08:23 Uhr

Kunst : Schutzhütte mit Schirm, Buch und Hut

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Gemeinde Damendorf lässt sich eine ungewöhnlicher Schutzhütte erstellen. Das Modell stammt von Künstler Uwe Gripp.

von
erstellt am 08.Jan.2014 | 06:57 Uhr

Damendorf | Was wie ein notgelandetes Ufo in der Werkstatt der Owschlager Firma Schäfer aussieht, wird später das Dach der Schutzhütte sein, die im Sommer in Damendorf errichtet werden soll. Der ortsansässige Künstler Uwe Gripp ist der „Vater“ dieser ungewöhnlichen Konstruktion, die zu einem richtigen Hingucker im Ort werden soll. Da wird das Warten auf den Bus oder die Verschnaufpause zu einem wahren Vergnügen.

Dabei war die Realisierung des Projektes durchaus strittig. Viel Überzeugungsarbeit musste Bürgermeister Hans Ulrich im vergangenen Jahr leisten. Letztlich gab das Gremium aber grünes Licht für die Konstruktion. Das Dach bildet ein überdimensionaler Sonnenhut, ein großer Sonnenschirm dient als tragende Säule und ein Schwimmring im Inneren als Sitzgelegenheit. Uwe Gripp verbindet bei seiner Kreation künstlerische Elemente mit den funktionalen Elementen eines Buswartehäuschens. Der Windschutz des Lärchenholz-Stahl-Komplexes hat die Form eines aufgeschlagenen Buches. Für den Künstler nicht die erste Skulptur dieser Art: Auf dem Schulhof der Owschlager Schule hat Gripp eine Skulptur aus einem überdimensionalen Bleistift, Radiergummi und Geodreieck erstellt, und auch in Raisdorf steht ein Buswartehäuschen, das ein aufgeklapptes Buch und zwei Bleistifte bilden.

Eingebunden ist die Schutzhütte in das so genannte Besucherlenkungs- und Informationssystem (BIS) für die Hüttener Berge und damit zuschussfähig. Zum BIS gehören Informationstafeln, Routenbroschüren, Schilder, aber auch die Gestaltung von Rast- und Parkplätzen als Ausgangspunkt für die Wander- und Radrouten. Der Naturpark solle durch das BIS aufgewertet und attraktiver werden. Eingebunden werden soll die Schutzhütte mit Schirm und Hut in einen Rundwanderweg von Groß Wittensee über Damendorf nach Goosefeld.

Gebaut werden die Einzelteile für die Schutzhütte bei der Stahlfirma Schäfer. Dass eine Fachfirma die Schweißarbeiten übernimmt, war eine Auflage der Prüfstatik. Mit der Firma Schäfer fand Gripp aber schnell einen zuverlässigen Partner für sein Objekt. Gripp stellte seine Zeichnungen und ein Modell der Hütte den Mitarbeitern für die Umsetzung zur Verfügung.

„Das ist wirklich ein ganz spezieller Fall“, sagt auch Marc Hillebrand. Für den Schweißer ist der Auftrag eine willkommene Abwechslung zu den üblichen Arbeiten, wie dem Montieren von Trägerkonstruktionen. Nach Fertigstellung der Teile erhalten diese bei einer Lübecker Firma ihren Farbstrich und Spritzverzinkung. Die Einarbeitung der Holzelemente übernimmt Uwe Gripp selbst.

Inklusive Planung und Statik sowie Pflasterung der Fläche entstehen Kosten von rund 20 000 Euro. Die Förderquote aus der Aktiv-Region liegt bei 55 Prozent. Da der Gemeinderat beschlossen hatte, nicht mehr als 6000 Euro in eine Schutzhütte zu investieren, versicherte Bürgermeister Hans Ulrich, weitere durch Spendengelder einzuwerben, um die Kosten für die Gemeinde gering zu halten. Das ist ihm auch gelungen.

Im Mai oder Juni, so hofft Gripp, sollen die Einzelteile an Ort und Stelle zusammengebaut und verschraubt werden. Zuvor muss noch das Fundament in den Boden gegossen werden. Aufgebaut werden soll die Schutzhütte einige Meter entfernt von dem derzeitigen Buswartehäuschen. Der vorhandene Knick an dieser Stelle zum Kinderspielplatz hin, soll versetzt werden, die Naturschutzbehörde haben dem bereits zugestimmt. Der Bauantrag soll noch in dieser Woche gestellt werden, sagte Hans Ulrich auf Nachfrage der Eckernförder Zeitung.

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