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Schutz vor weiteren Abbrüchen: Bürgerinitiative will Erhaltungssatzung

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 22.Aug.2015 | 06:15 Uhr

Die Bürgerinitiative „Bauen in Eckernförde“ hat der Stadt Eckernförde nochmals vorgeschlagen, zusätzlich zur Ortsgestaltungssatzung eine Erhaltungssatzung für die Stadt zu erlassen. Die Initiative beruft sich unter anderem auf den Rat von Fachleuten und möchte damit zum Erhalt schützenswerter Gebäude in Eckernförde beitragen. Aktuelle Anlässe, aber auch solche aus der jüngeren Geschichte sind unter anderem die Abbrüche der Gebäude Hotel Stadt Kiel, Hotel Stadt Hamburg, Stadtcafé (Barbarossa) und demnächst der Gaststätte Frau Clara in der gleichnamigen Straße. Die sich häufenden Abrisse alter, historischer Bausubstanz und der „Ersatz durch gesichtslose Neubauten führen zur Geschichtslosigkeit unserer historisch gewachsenen Fischerstadt“, betonen die vier Sprecher der Bürgerinitiative, Ursula Wedler, Wolfram Splittgerber, Dr. Falk Buettner und Thomas Lilie in einem Schreiben an den Bürgermeister, die Bürgervorsteherin, das Bauamt sowie die Fraktionsvorsitzenden der Ratsparteien. „Alte Fassaden erzählen von der Geschichte und den Geschichten dieser Stadt. Gesichtsverlust ist Geschichtsverlust.“

Die Bürgerinitiative sieht die Erarbeitung einer Erhaltungssatzung auf Grundlage des besonderen Städtebaurechts aus dem Baugesetzbuch als gegeben an. Bauherrn hätten klare Vorgaben, Verstöße könnten nach dem Ordnungswidrigkeitsgesetz geahndet werden. Es gebe drei Schutzziele: 1. die Erhaltung der städtebaulichen Eigenart eines Gebiets; 2. den Milieuschutz, also den Erhalt der Zusammensetzung der Wohnbevölkerung oder 3. die Unterstützung städtebaulicher Umstrukturierungen. Im Geltungsbereich der Erhaltungssatzung bedürften Veränderungen wie Abbruch, Nutzungsänderung oder Neubauten einer Genehmigung. Eine Satzung zur Erhaltung der städtebaulichen Eigenart eines Gebietes sei „kommunaler Denkmalschutz“, mit der die Stadt Quartiere oder Stadtteile vor ungewollten oder nachteiligen Veränderungen schützen könnte. Die Vorschriften gingen bis in Details wie Dachgestaltung, Eindeckungsart und -farbe, Fensterformate oder Fassadenfarben. Ein unvollständig erhaltenes Gebiet könne mittels Erhaltungssatzung in eine bestimmte Richtung weiterentwickelt werden.

Bis zum Erlass und Wirksamwerden einer Erhaltungssatzung sollte nach den Vorstellungen der Bürgerinitiative eine Veränderungssperre über die genannten Bereiche (siehe Liste) verhängt werden, um weitere Abbrüche erhaltenswerter Gebäude zu verhindern.

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