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Eckernförder Zeitung

18. August 2017 | 03:58 Uhr

Schutz für internationale Seewege

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Fünfzehn Soldaten vom Seebataillon aus Eckernförde für Groß-Manöver am Arabischen Golf

Häfen sichern, Handelsschiffe schützen, terroristische Bedrohungen ausschalten: Rund 10 000 Soldaten trainieren diese Szenarien am Arabischen Golf, am Golf von Oman und im Roten Meer. 15 Soldaten aus Eckernförde übernehmen dabei eine wichtige Aufgabe. Noch bis Donnerstag trainieren die 10000 Soldaten am Arabischen Golf den Schutz internationaler Seewege. „Die Übung International Mine Countermeasure Exercise 2014 ist mit mehr als 40 Nationen eines der weltweit größten Manöver überhaupt“, sagte Fregattenkapitän Arne Krüger. Der 43-Jährige ist Kommandeur des rund 850 Mann starken Seebataillons aus Eckernförde, dem auch rund 60 Minentaucher angehören.

Unter Führung von US-Kräften trainieren die Spezialisten am Arabischen Golf seit dem 23. Oktober den Schutz der Handelsschifffahrt und der Häfen mit dem Schwerpunkt Straße von Hormus. Neben 38 Kriegsschiffen anderer Nationen ist auch die deutsche Fregatte „Schleswig-Holstein“ mit dabei. „Reedereien und Ölkonzerne haben in den vergangenen Wochen insgesamt 30 Frachtschiffe und deren Besatzungen für das Training abgestellt“, sagte Krüger. Das multinationale Manöver solle potenziellen Gegnern signalisieren, dass die Golfstaaten und auch die Weltgemeinschaft eine mögliche Störung der Seewege nicht akzeptierten. Er habe mit seinem deutschen Stab vor Ort das Kommando über insgesamt 100 Soldaten verschiedener Nationen, die vor allem für den Schutz der Häfen Kuwait und Bahrain zuständig seien, sagte Krüger. „Wir haben Schiffe mit kleinen Kampfbooten eskortiert und die Zufahrten von Minen und Munition gesäubert. Mit Minentauchern und Drohnen haben wir eine Fläche von 20 Quadratmeilen abgesucht, das entspricht einer Fläche von rund 9500 Fußballfeldern.“ Dabei seien neben vier Übungsminen auch 14 Kampfmittel, darunter auch terroristische Sprengfallen gefunden worden.

Neben Minentauchern, Marineinfanteristen und Drohnenteams hat der Norddeutsche derzeit auch das Kommando über eine Gruppe von vier Seelöwen der US-Streitkräfte. „Die wurden eingesetzt wie Schnüffelhunde beim Zoll – allerdings unter Wasser“, sagte Krüger. Die Tiere spürten nicht nur Minen auf, sondern setzten sich gegen Angreifer und Kampfschwimmer zur Wehr. „All das, was hier trainiert wurde, entspricht genau dem Anforderungsprofil unseres erst im April gegründeten Seebataillons.“

Als Bindeglied zwischen der Marine und Handelsschifffahrt fungierten bei der Übung fünf Reservisten aus dem Norden, darunter auch Friedrich Fuchs. Der 61-Jährige aus Glückstadt ist im Zivilberuf Lotse auf dem Nord-Ostsee-Kanal. „Begriffe auf militärischen Schiffen sind anders als auf zivilen. Ohne den Abgleich funktioniert eine reibungslose Kommunikation nicht. Wir sorgen dafür, dass die Schiffe sicher durchkommen“, sagte er. Rund 200 Reservisten gehören der Marineschifffahrtsleitung an. Am Freitag kehren die Soldaten nach Deutschland zurück.

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erstellt am 11.Nov.2014 | 13:17 Uhr

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