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Neuer Träger : Schulsozialarbeit in neuen Händen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Gettorf | Die isfa (Internationale Schule, Fortbildung und Ausbildung) übernimmt zu Beginn des neuen Schuljahres die Trägerschaft für die Schulsozialarbeit an der Parkschule und der Isarnwohld-Schule. Die gemeinnützige GmbH aus Kiel setzte sich bei einem europaweiten Ausschreibungsverfahren gegen sechs Mitbewerber durch. Der Vorsitzende des Schulverbandes Hans-Ulrich Frank (CDU) und isfa-Gesellschafter Jochen Lamp unterzeichneten am Donnerstag den Kooperationsvertrag für fünf Jahre. Der Schulverband stellt dafür 90  000 Euro pro Jahr zur Verfügung. Nach Auskunft von Jochen Lamp wird die isfa 1,8 Vollzeitstellen für die Schulsozialarbeit in beiden Schulen einsetzen. Da die Schulferien länger sind als die Urlaubsansprüche der Mitarbeiter, bedeute dies praktisch, dass während der Unterrichtszeiten ständig zwei Vollzeitstellen zur Verfügung stehen. Zu einem Viertel wird die Parkschule von der Schulsozialarbeit profitieren und zu drei Vierteln die Isarnwohld-Schule.

Bisherige Schwerpunkte der Arbeit der isfa sind Angebote zur beruflichen Bildung, zu denen auch ausbildungsbegleitende Hilfen gehören sowie die Heranführung an den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt und Sprachkurse. Seit Ende der 1990er Jahre ist der Träger auch in der Schulsozialarbeit an Berufsschulen tätig. Nach Kiel, Bad Segeberg, Eckernförde, Kaltenkirchen, Neumünster, Norderstedt, Plön, Preetz und Rendsburg ist Gettorf der zehnte Standort, an dem der Träger aktiv wird.

Maren Schumacher, Schulleiterin der Parkschule, sieht einen steigenden Bedarf an Schulsozialarbeit in ihrer Schule. Neben Streitigkeiten in der Klasse gehe es auch um Probleme zu Hause, wie Alkohol und Gewalt. Schließlich sei die Arbeit mit Eltern wichtig. In der weiterführenden Schule verschieben sich die Schwerpunkte. Neben Konflikt- und Streitschlichtung sei hier Mobbing sehr wohl ein Thema, so Dietrich Meyer-Jessen, Koordinator für Berufsorientierung und pädagogische Betreuung der Klassenstufen 8 bis 10 des Gemeinschaftsschulteils. Zu den Aufgaben der Schulsozialarbeiter gehören hier auch Sozialkompetenztrainings in den Klassen und Krisenmanagement. Schließlich soll Präventionsarbeit geleistet werden. Außerdem geht es um die Integration von Migranten. Hier bringt der neue Träger viel Erfahrung mit.

Der Vertrag mit der Awo, dem derzeitigen Träger der Schulsozialarbeit, war im November 2016 vom Schulverband fristgemäß zum Schuljahresende ordentlich gekündigt worden. Am 7. Februar war das gesetzlich vorgeschriebene europaweite Ausschreibungsverfahren auf den Weg gebracht worden. Die Bieter, die keine Berücksichtigung fanden, wurden am 23. Mai informiert. Widerspruch legte keiner ein. Unter den Bietern war nach eigenen Angaben auch die Awo Gettorf. Diese fühlt sich ungerecht behandelt. Es habe im Vorfeld der Kündigung keine Gesprächsinitiativen seitens des Schulverbandes gegeben, in denen Kritik oder Änderungswünsche an die bestehende Arbeit vorgebracht worden seien. Diesen Vorwurf weist der Vorsitzende des Schulverbandes zurück. Es sei immer wieder Thema in Konferenzen gewesen, bei denen die Awo mit am Tisch gesessen habe, dass sich die Schulsozialarbeit konzeptionell weiterentwickeln müsse.

Die Awo hatte nach dem 23. Mai ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben, nach dem der Schulverband formale Fehler bei der Ausschreibung begangen haben soll. Sie verzichtete nun aber darauf, Rechtsmittel einzulegen.

Jochen Lamp von der isfa freut sich über das große Maß an Übereinstimmung und auf die Zusammenarbeit. „Da passte einfach alles zusammen – die inhaltliche Aufstellung, das Leistungsspektrum. Wir mussten nicht verhandeln.“

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