Naturprojekt : Schulschafe für Erstklässler

Schäferin Anke Mückenheim zeigt den Kindern und Lehrern Britta Flaig an der Kardiermaschine, wie die Wolle gekämmt wird.
Schäferin Anke Mückenheim zeigt den Kindern und Lehrern Britta Flaig an der Kardiermaschine, wie die Wolle gekämmt wird.

Der Schulverein der Grundschule Barkelsby pachtet eine Koppel an der Schule, um langfristig das Naturprojekt „Schafe“ anbieten zu können. Der zweite Teil der Koppel wird in eine Grünfläche in eine Bewegungsfläche für die Schulkinder umgewandelt.

shz.de von
10. Juli 2015, 04:59 Uhr

Barkelsby | Mit offenen Mündern und roten Wangen lauschen 24 Erstklässler der Grundschule Barkelsby den spannenden Ausführungen der beliebten Schäferin Anke Mückenheim. Tags zuvor durften die Kinder an der Schur dreier Schafe nicht nur teilnehmen, sondern unter Anleitung sogar Hand anlegen. Und nun lernten sie, was mit der Wolle weiter passiert, ehe es vorgestern ins Gehege des Tierparks Warder geht, in dem sogar leichte Tierpflegearbeit vorgesehen war.
„Der Schulverein hat von Privat eine wunderbare Koppel an der Schule gepachtet, um langfristig ein Schul-Schaf-Projekt aufzubauen. Diese, einen halben Hektar große Koppel, wird aufgegliedert, ein Teil bleibt Koppel und ein Teil wird Bewegungsfläche“, berichtet Schulleiter Klaus Düllmann nicht ohne Stolz auf die neue Errungenschaft. Die Koppel wird auch gerade eingezäunt, damit die 15 Pommerschen Land- und Milchschafe, die dort künftig ab heute weiden sollen, nicht ausbüxen können.

Die Grundschule Barkelsby ist eine offene Ganztagsschule für Klassen von eins bis vier mit 140 Schülern. „Früher war die Schule ein Ort der Wissensvermittlung, heute ist es eine kindgerechte Lebenswelt“, sagt der Schulleiter, der mit neun Lehrkräften und zahlreichen Assistenten ins neue Schuljahr gehen wird. Das Schul-Schaf-Projekt ist als unbegrenzt geplant im Aufbau und stets nur für eine erste Klasse gedacht. Alle anderen Klassen sind mit weiteren, ebenso spannenden Projekten im Einsatz. Nachdem sie am ersten Tag die drei Schafe unter Anleitung der Schäferin Anke Mückenheim selbst scheren durften, stand am Dienstag die Verarbeitung der Wolle auf dem Programm. Über Nacht wurde sie in Bottichen mit Wasser eingeweicht, jetzt wurde sie gewaschen und ganz vorsichtig zum Trocknen auf Laken in die Sonne gelegt.

Im Anschluss zeigte die Schäferin den interessierten Kindern sowie Lehrerin Britta Flaig und Schulbegleiterin Annette Spitz, wie die Wolle mit der Kardiermaschine stets in eine Richtung gekämmt wird. Karden bedeutet bürsten. „Wollhaar ist schuppig. Diese Schuppen sorgen dafür, dass die Wollhaare ineinander greifen und verweben.

Danach kann gesponnen werden und später wird der Faden noch einmal verzwirnt, wobei stets recht herum gesponnen und links herum verzwirnt wird“, erläuterte die Schäferin, die 1985 die Schäferlehre begann und seit 1999 selbstständig ist. Sie hat eine eigene Herde mit rund 200 Mutterschafen, darunter eine 55-köpfige Schnuckenherde am Goossee, der Rest sind Pommersche Landschafe auf verschiedenen Weiden im Umkreis.

„Wir haben hier in dieser Schuleinrichtung Bullerbü pur“, geht Klassenlehrerin Britta Flaig mit Begeisterung in ihrer Arbeit auf. Ihre 26 Schüler fertigen zu diesem Schaf-Projekt kleine Tagebücher an, „es ist erstaunlich, wie kreativ sie diese Bücher mit Bildern, kleinen Texten und eingeklebter Schafwolle gestalteten“. lobt die Klassenlehrerin.






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