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Auflösung : Schulförderverein steht vor dem Aus

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Mitgliederversammlung des Fördervereins Schule Rieseby beschließt die Auflösung. Ein Termin mit dem Rechtsanwalt ist gemacht. Für aktive Eltern gibt es noch die letzte Chance zur Vereinsrettung.

Der Zug zur Auflösung des Fördervereins Schule Rieseby hat Fahrt aufgenommen. Bei der Jahresversammlung in dieser Woche legten sämtliche Vorstandsmitglieder ihre Ämter nieder und beschlossen die Auflösung des 1976 gegründeten Vereins. Innerhalb von 14 Tagen könnte der Zug noch einmal halten, sofern sich neue Mitglieder und auch Vorstandsmitglieder finden, erklärte Helga Lemburg, dann steht ein Termin beim Rechtsanwalt an, der die Vereinsauflösung formell einleitet.

Bis zur Auflösung des Vereins oder zur Einberufung einer letzten außerordentlichen Mitgliederversammlung werden Marga Ternedde, Helga Lemburg, Silke Runge und Bernd Jacobsen ihre Ämter kommissarisch fortführen.

Bei der Mitgliederversammlung waren außer dem Vorstand und zwei Eltern keine weiteren Teilnehmer anwesend, ein enttäuschendes Ergebnis angesichts der Tragweite der Auflösung des Vereins, wie Lemburg auf Nachfrage der EZ feststellte.

Der Verein war 1976 gegründet worden, um über seine Beiträge und Aktionen den Schulalltag zu bereichern. Mehr als 20 000 Euro konnte der Verein über die Jahre zu Gunsten der Schule und der Schüler einsetzen und davon besondere Ausstattung für die Klassenräume, für den Schulhof oder den Besuch von kulturellen Veranstaltungen zu bezahlen, so Lemburg. „All das wird künftig ohne Förderverein nicht mehr möglich sein“, sagte Lemburg.

Auch Schulleiter Ulrich Barkholz befürchtet durch die mögliche Auflösung des Vereins Nachteile für die Schule. Der Schule gingen auf diese Weise jährliche Zuwendungen im drei- bis vierstelligen Bereich verloren. „Honorare und Kosten für Schulveranstaltungen werden wir künftig zu hundert Prozent auf die Eltern unserer Schüler umlegen müssen“, stellte der Schulleiter fest.

In einem Brandbrief an alle Eltern der rund 100 Schüler hatte der Verein im Mai auf die drohende Auflösung hingewiesen, so Lemburg. Auf die Frage, ob Eltern Mitglied werden wollen, oder für ein Vorstandsamt zur Verfügung stehen würden, gab es lediglich zwei Neumitglieder.

Inzwischen hat der Verein noch 61 Mitglieder, zwölf von ihnen haben noch Kinder auf der Schule. Im bisherigen Vorstand waren keine Eltern jetziger Schüler mehr vertreten, das sei sicher nicht im Sinne des Vereins, so Lemburg. Der Generationenwechsel in der Elternschaft fand im Förderverein nicht statt, so ihre Feststellung. „Wir haben den Draht zur Elternschaft verloren“, erklärten die bisherigen Vorstandsmitglieder nach ihrer Amtsniederlegung. Versuche, neue Mitglieder auch für die Vorstandsarbeit zu gewinnen, waren erfolglos. „Man nahm die Arbeit des Vereins kaum wahr, es lief ja immer gut“, sagte Lemburg. Vermutlich würden die Eltern erst nach der Auflösung des Vereins merken, was ohne Verein fehle. Eine Ursache für das Desinteresse sah der Vorstand in der Doppelbelastung von zwei berufstätigen Eltern. Die geringere Bereitschaft, Ehrenämter zu übernehmen, kenne sie auch aus anderen Vereinen, so Lemburg weiter.

Dank vieler langjähriger Förderer, von denen die meisten allerdings inzwischen keine Kinder und auch nicht mal mehr Enkelkinder in der Schule haben, konnte der Verein bislang jedes Jahr etwas für die Schule anschaffen. Dieses Jahr werden vier Leinwände für die Klassenräume angeschafft, um damit besser und bequemer mit Projektoren zu arbeiten. Im normalen Schulbudget sei dafür kaum Geld, so Lemburg, die als stellvertretende Schulleiterin Einblick in den Schulhaushalt hat.

Das Schicksal des Fördervereins muss damit nicht besiegelt sein. Die Schulleitung will das Thema bei der nächsten Schulelternbeiratssitzung vorstellen und einen letzten Versuch starten. Sollte sich herausstellen, dass es in der Elternschaft doch noch ein Interesse am Förderverein und eine Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung im Vorstand gibt, könnte die Auflösung durch Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung noch abgewendet werden, erklärte die kommissarische Vorsitzende Marga Ternedde in einer Mitteilung. Zugleich berichtete Lemburg von Möglichkeiten, die Satzung des Vereins zu ändern, um die Zeit von Vorstandsämtern auf die Schulzeit der Kinder zu beschränken.

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erstellt am 25.Okt.2013 | 06:00 Uhr

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