Abitur an der Isarnwohld-Schule Gettorf : Schulentlassung mit Beigeschmack

Mit Durchhaltevermögen und Charakterstärke zum Abitur: Die Abiturienten 2014 der  Isarnwohld-Schule Gettorf.
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Mit Durchhaltevermögen und Charakterstärke zum Abitur: Die Abiturienten 2014 der Isarnwohld-Schule Gettorf.

81 Schüler der Isarnwohld-Schule schaffen ihr Abitur und werden verabschiedet. Die Abschlussveranstaltung wird durch Disharmonien um die Schülerabschluss-Zeitung getrübt.

shz.de von
30. Juni 2014, 06:00 Uhr

Gettorf | Sie haben es geschafft: Schick gekleidet nahmen am Freitag 81 Abiturienten der Gettorfer Isarnwohld-Schule ihre Entlassungszeugnisse entgegen. „Alle, die zur Prüfung angetreten sind, haben es geschafft“, freute sich Oberstufenleiterin Silke Schuppenhauer mit ihnen. „Ich finde das wunderbar.“

Doch von den Irritationen um die Abi-Zeitung im Vorfeld blieb auch die Entlassungsfeier im KuBiz nicht verschont. Großartige musikalische Talente der Schule gaben ihr Bestes, um den feierlichen Rahmen zu schaffen. Die Blueberries wünschten „Happy Abi“, Dennis Pehlke sang „We’ll never be royals“ von Lorde und Schüler der 9g Imagine von John Lennon. „Imagine, das passt“, meinte Schulleiterin Marion Burkhart zum Einstieg in ihre Abschlussrede. „Stellen Sie sich vor, was in Ihrer Zukunft alles passieren kann.“ Sie zog die Analogie zum Kochen. Aus wilden Ankömmlingen wurde während ihrer Zeit an der Isarnwohld-Schule unter Zugabe von allerlei Fächern unter der Regie der Köche ein fachgerecht zubereitetes Menü. Nun säßen sie da, stilvoll angerichtet im KuBiz. Die Lehrer als Köche, die doch den Brei verderben, wie aus der Abi-Zeitung zu vermuten sei? Sie sprach von öffentlichen Worten, die Kollegen getroffen hätten. Kritik an Lehrern, die die Schüler hätten vorher jederzeit anbringen können. Als Marion Burkhart ankündigte, dass die Lehrerschaft deshalb in diesem Jahr keine Ansprache hält, kamen Buh-Rufe.

Für die Schüler sprachen Beeke Jessen und Sven Löffler. Sie dankten ihren Lehrern und Eltern für die jahrelange Unterstützung und fragten: „Wie soll unser Leben nur weitergehen ohne diesen strukturierten Tagesablauf?“ Ihr Jahrgang sei berühmt-berüchtigt für Partys und unterdurchschnittliche Noten in Mathe, gestanden sie ein. Und auch, dass das besagte Abi-Buch – für sie eine Sammlung unüberlegter Kommentare – der Schulleitung hätte vorgelegt werden müssen. Dennoch könnten sie die Konsequenzen nicht verstehen. „Man hat uns beigebracht, dass man Konflikte gemeinsam löst und nicht hinter verschlossenen Türen“, meinten sie.

Mit ihrem angekündigten Fernbleiben vom Abi-Ball nähmen die Lehrer ihnen die Gelegenheit, ihnen zu zeigen, wie viel Wert ihnen deren Anwesenheit wäre. Sie sprachen erneut eine Einladung aus und zum Schluss ein Zitat von Albert Schweitzer: „Ein Herz, das nicht verzeihen kann, wird keinen Frieden finden.“

Nicht nur Schüler applaudierten. „Sie können stolz sein“, gratulierte Schulverbandsvorsteher Hans-Ulrich Frank den Abiturienten. „Sie haben Ihr Abitur geschafft mit Durchhaltevermögen, Reife und Charakterstärke. Bei allen Disharmonien, die hier zwischen den Zeilen geschwungen sind.“


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