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Bildung : Schule und Hilfswerk – Hand in Hand

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Louisenlund und Technisches Hilfswerk vereinbaren Talentförderung / Stipendiaten packen bei „plus-MINT“ neben dem Unterricht mit an

Güby | Talent und Hochbegabung gilt es zu fördern. Im Sport, insbesondere beim Fußball, wird das in Deutschland bereits erfolgreich umgesetzt: Es gibt bundesweit über 50 Fußball-Internate, in denen sich junge Balltalente weiterentwickeln können und die Nachwuchsförderung einen hohen Stellenwert genießt. Für die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) sieht es eher traurig aus, denn nicht ein einziges Leistungszentrum fördert bislang naturwissenschaftlich Hochbegabte.

Änderung verspricht die Bildungsinitiative „plus-MINT“. Hervorragende Schüler bekommen hierüber die Möglichkeit, ihre Begabung über finanzierte Stipendien fördern zu lassen. In den drei ausgewählten Internaten – Sankt Afra in Sachsen, Birklehof in Baden-Württemberg und Louisenlund in Schleswig-Holstein – erhalten die jungen Leistungsträger eine Ausbildung, in der die Fächer Mathematik, Biologie, Chemie, Physik, Informatik und Technik im Unterricht deutlich stärker gewichtet werden.

Das Programm „plus-MINT“ beginnt für die Schüler mit der 9. Klasse und endet nach der 12. Klasse mit dem Abitur. Dabei ist es völlig unerheblich, aus welcher Einkommensstruktur die Jugendlichen kommen, ausschlaggebend für das plus-MINT Internatsstipendium sind ausschließlich exzellente schulische Leistungen. Die Finanzierung dieser Stipendien übernehmen Partner, zu denen beispielsweise der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) gehört.

In dieser Woche wurde die Talentförderung der Bildungsinitiative „plus-MINT“ um die Partnerschaft mit dem Technischen Hilfswerk (THW) erweitert. Für die Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung zwischen dem THW und dem Verein zur MINT-Talentförderung war Albrecht Broemme, Präsident der Bundesanstalt THW, nach Louisenlund gekommen. Broemme stellte fest, dass die Schüler beim THW einerseits lernen werden, technisch-humanitäre Hilfe zu leisten und Verantwortung zu übernehmen, andererseits aber auch das THW von den innovativen Verbesserungsideen der jungen Leute profitieren wird.

Dr. Peter Rösner, Leiter der Organisation Louisenlund und Vorsitzender des Vereins zur MINT-Talentförderung erläuterte: „An unserem Gymnasium gibt es neben dem schulischen Unterricht für jeden Schüler die Pflicht, im Dienst der Gemeinschaft Verantwortung zu übernehmen. Jeder Schüler absolviert daher Unterrichtsstunden beim Technischen Hilfswerk (THW) oder bei der Freiwilligen Feuerwehr oder bei der DLRG.“

„Seit 41 Jahren gibt es die THW-Gilde am Gymnasium Louisenlund, derzeit gehören ihr 20 Schüler an“, informierte Louisenlund-Stützpunktleiter Wolfgang Tirs und ergänzte. „Im Rahmen des plus-MINT-Programms belegen derzeit zusätzlich 16 Stipendiaten das THW-Unterrichtsfach“. Eine davon ist die 14-jährige Finja Becker aus Tegernsee. Sie sagte: „Die THW-Ausbildung im Rahmen von plus-MINT umfasst zwei Schulstunden pro Woche, wobei der Unterricht in Modellbau/THW und Informatik aufgeteilt ist.“ Derzeit entwickelt ihre Gruppe gemeinsam einen Quadrocopter, allerdings sieht Finja ihre Zukunft doch eher auf dem Gebiet der Medizin.

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erstellt am 09.Dez.2016 | 06:36 Uhr

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