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Eckernförder Zeitung

19. September 2017 | 22:52 Uhr

Bildung : Schule handelt als Dienstleister

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Grundschule Barkelsby baut Betreuungszeit aus und bietet neues Förderkonzept für Zahlen und Buchstaben

von
erstellt am 07.Jul.2017 | 06:10 Uhr

Barkelsby | Zahlen und Buchstaben, die sind für die Schüler der ersten und zweiten Klassen manchmal unbegreiflich. Mit Bewegungsspielen, mit Liedern und viel Lachen wird Kindern im neuen Projekt „Leselust und Zahlenzauber“ an der Offenen Ganztagsschule Barkelsby geholfen. Zurzeit wird diese pädagogische Kleingruppenförderung ausprobiert. Aber bereits jetzt steht für Schulleiter Klaus Düllmann und Schulkoordinatorin Inga Lange fest, „das Angebot wird im neuen Schuljahr starten“.

Lange ist nicht nur Koordinatorin der Angebote der Offenen Ganztagsschule, sondern auch ausgebildete Lerncoachin, Lern- und Erziehungsberaterin. Ein bis drei Kindern vermittelt sie morgens von 7 bis 8.15 Uhr spielerisch ein Verständnis für Zahlen und Buchstaben. „Es geht darum, Basiswissen zu festigen“, erklärt Düllmann. Beide haben schon überaus positive Rückmeldungen der Eltern erhalten, die sie bestärken, das Kleingruppenangebot zu starten. Wer das unterstützende Angebot nutzen sollte, darüber entscheiden die Pädagogen, erläutert Düllmann.

Mit dem neuen Schuljahr wird die Grundschule auch ihr Betreuungsangebot erneut ausweiten. Eltern und Alleinerziehende können ihre Kinder dann von 7 bis 17 Uhr betreuen lassen. Das bis 16 Uhr dauernde Nachmittagsprogramm der Offenen Ganztagsschule wird um eine offene Betreuungszeit bis 17 Uhr ergänzt, erläutert Inga Lange. In der bisherigen Praxis habe sich gezeigt, dass für viele Erziehungsberechtigte 16 Uhr zu früh zur Abholung sei, so Düllmann. Eltern können ihre Kinder künftig zwischen 16 und 17 Uhr zu jeder Zeit abholen, da es sich um eine freie Spielzeit handelt. „Wir wollen Stress aus den Familien nehmen“, sagt Düllmann. „Und in den Gruppen lernen die Kinder spielerisch und nebenbei viele soziale Kompetenzen“, ergänzt Inga Lange.

Die Ausweitung auf maximal zehn Stunden Betreuungszeit, Düllmann weiß von keiner Grundschule landesweit, die so etwas organisiert hat, sei intensiv auf der Schulkonferenz diskutiert worden. Am Ende sei man übereingekommen, dass es für viele Kinder besser sei, in der Gemeinschaft ihrer Schulkameraden spannende Freizeitangebote zu erleben, als „als Schlüsselkind digitalen Medien zuhause alleine ausgeliefert zu sein“, stellt der Schulleiter fest. „Wir verstehen uns als Dienstleister.“ Mit Extrakosten ist das Angebot zumindest im kommenden Schuljahr nicht verbunden, wie Barkelsbys Bürgermeister Fritz Blaas auf Nachfrage der EZ mitteilt. „Das ist für uns erstmal ein Testlauf“, sagt er. Insgesamt seien er und die Gemeinde sehr froh über die Entwicklung der Schule.

Die Nachfrage nach den Nachmittagsangeboten ist gewaltig, stellen Düllmann und Lange fest. Von den zurzeit 139 Schülern nehmen 111 (80 Prozent) an einem bis fünf Tagen am Nachmittagsangebot teil. 30 Prozent aller Schüler der Grundschule machen an fünf Nachmittagen mit. 19 Angebote werden in diesem Schuljahr von Vereinen, der Kirchengemeinde Borby-Land, von zahlreichen fest Angestellten und Honorarkräften angeboten. Schwierigkeiten, interessante Angebote oder Anbieter zu finden, haben sie nicht, erklärt Düllmann, wobei er sehr froh ist über die außerschulische Kompetenz. Lange freut sich besonders über besondere Angebote, wie die des Offenen Kanals Kiel oder der Eckernförder Zirkuskids. Vor allem das Zirkus-Projekt wurde von den Schülern vermisst, „es kommt wieder ins Programm“, erklärt Lange. Unter anderem für sie, aber auch die Theatergruppe, wurde eine Bühne mit Vorhang und Abseite für die Sporthalle konstruiert. „Wir sind der Gemeinde sehr dankbar für ihre große Unterstützung“, stellt der Schulleiter fest.

Im September wird nur eine Klasse eingeschult, zwei vierte Klassen entlassen. Das Nachmittagsangebot soll aber erhalten bleiben. „Und wir haben Kapazität für mehr Schüler“, sagt Lange. Schon zum Schuljahr 2018/19 wird mit rund 30 Einschulkindern im Einzugsbereich gerechnet. Kommen genug weitere Kinder hinzu, werden wieder zwei Klassen eingerichtet.

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