zu veworren : Schulassistenten – Klarheit erwünscht

Auf Einladung des Verbandsvorstehers des WBV Mittelschwansen, Horst Böttcher (Mi.) referierten Sabine Rosenbaum vom Geologischen Dienst des Landesamts für Landwirtschaft und ländliche Räume, und Klaus Söntgerath, vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie.
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Auf Einladung des Verbandsvorstehers des WBV Mittelschwansen, Horst Böttcher (Mi.) referierten Sabine Rosenbaum vom Geologischen Dienst des Landesamts für Landwirtschaft und ländliche Räume, und Klaus Söntgerath, vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie.

Der Schulausschuss des Amtes Schlei-Ostsee vertagt die Entscheidung für einen Einsatz von Schulassistenten. Begründung: Trägerschaft und Kompentenzbereiche sind nach Meinung des Ausschusses nicht genügend geklärt.

shz.de von
01. Juli 2015, 04:34 Uhr

Waabs | Schulbegleiter oder Schulassistenz – wo liegt der Unterschied? Wer hat welche Aufgaben? Wer ist Träger oder übernimmt die Kosten? Wo geht der Weg hin? Vor diesen Fragen stand der Schulausschuss des Amtes Schlei-Ostsee, dessen Mitglieder sich am Montagnachmittag zu einer Sitzung im ehemaligen Verwaltungsgebäude in Vogelsang-Grünholz trafen. Das Amt übernimmt die Trägerschaft für die Grundschule Mittelschwansen in Waabs und ist daher verantwortlich für die Unterhaltung und die Abläufe in der Schule.

In der Grundschule Mittelschwansen haben Kinder aus den Gemeinden Waabs, Holzdorf, Thumby und Damp ihre ersten Erfahrungen mit dem Lernen. Die Schulleiterin, Sabine Weber, nahm ebenfalls an der Sitzung teil. Sie berichtete aus dem Schulalltag. Zurzeit besuchen 92 Kinder die Schule, drei Kinder haben einen Schulbegleiter. Im kommenden Schuljahr sinkt die Schülerzahl.

Nicht nur die Schülerzahl verändere sich, auch der Aufgabenbereich der Schule befinde sich in einem Wandel. „Das Bild der Schule hat sich verändert, immer mehr Erziehung steht der Bildung gegenüber. Erziehung nimmt einen großen Platz ein, man kann von 20 Prozent Erziehung und 80 Prozent Bildung ausgehen. Für uns ist es ein großer Anspruch, unseren Aufgaben gerecht zu werden“, erklärte die Schulleiterin. Umso mehr begrüße sie, dass die Kollegin Biiana Kornienko eine Fortbildung im Fach „Deutsch als Fremdsprache“ mache und der Schule Stunden erhalten blieben.

Das Thema der Sitzung war das von der Landesregierung bezuschusste Optionsmodell „Schulische Assistenz“. Sabine Weber wies darauf hin, dass es bei der Inklusion schon längst nicht mehr nur um das gemeinsame Beschulen von Kindern mit und ohne Behinderung sowie Schülern aus sozialschwachen Familien gehe. Die zunehmende Zahl der Flüchtlingskinder spiele in dieser Hinsicht eine besondere Rolle.

Der Ausschussvorsitzende, Horst Böttcher, informierte die Anwesenden über die umfangreiche Vorlage „Schulische Assistenz“ des Landes Schleswig Holstein. Böttcher macht deutlich, dass der Inhalt dieser Vorlage sich mit dem bestehenden System überschneide und nur schwer nachzuvollziehen sei.

Um die Grundschulen bei der Inklusion, die politisch gewollt ist, zu unterstützen hat das Land 13 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. 314 Schulassistenten sollen eingestellt werden. Ihre Aufgabe ist die Begleitung der betroffenen Schüler im Unterricht oder in der Pause sowie die Organisation von Projekten und Wandertagen. Zwar sagte der Amtsdirektor Gunnar Bock: „ Das Land gibt uns klare Auflagen“, aber so schlüssig waren sich die Ausschussmitglieder nicht. Sie stellten sich die Frage, wo der Weg in Sachen Inklusion hingehe.

Die jetzigen Schulbegleiter seien für die Betreuung einzelner Kinder zuständig, die wegen einer Behinderung einer individuellen Förderung bedürfen. Die Schulassistenten hingegen sollten nach dem Willen des Bildungsministeriums alle Kinder der Klasse im Blick haben.

Allgemeiner Tenor im Ausschuss war die Annahme, dass es absehbar sei, dass den Schulbegleitern die Stunden gekürzt würden. Ein dann entstehendes Nebeneinander von Schulassistenten, Schulbegleitern, Schulsozialarbeitern und Schulpsychologen gleiche einem regelrechten Wirrwarr, so die allgemeine Meinung. Hinzu komme die Tatsache, dass die Lehrerschaft für Ersatz sorgen müsse, sollte der Schulassistent beispielsweise wegen Krankheit ausfallen. Auch die Einstellungsmodalitäten und die Trägerschaft seien noch unklar.

Es gebe drei Modell-Möglichkeiten, sagte der Ausschussvorsitzende Horst Böttcher: „Die Schulassistenten sollen im kommenden Schuljahr an den Start gehen, noch gibt es keine Stellenausschreibung. Zurzeit verhandelt das Land mit den Kommunen, wer die Assistenten einstellen soll. Entweder stellen die Schulträger der Städte und Gemeinden die Helfer ein oder freie Träger übernehmen die Aufgabe. Die dritte Variante: Das Land selbst stellt die Assistenten ein.“

Seiner Aussage folgte eine umfangreiche Diskussion im Plenum mit dem Ergebnis: „Der Schulausschuss des Amtes stellt die Entscheidung bis zum Ende des nächsten Schuljahres zurück, bis das Land für mehr Klarheit gesorgt hat, ansonsten wird die dritte Variante bevorzugt“, stellte Böttcher fest.


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