Schuhe kommen nur bei Beerdigungen an den Fuß

Björn Borchert mit seinen Ganzjahres-Flip-Flops.
Björn Borchert mit seinen Ganzjahres-Flip-Flops.

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01. März 2018, 06:32 Uhr

Gut lachen hat Björn Borchert trotz leichter Beinkleidung auch bei Eis und Schnee. Den 38-jährigen Erzieher der Tide Sozialpsychiatrie des Diakonie-Hilfswerkes Schleswig-Holstein in der Berliner Straße schrecken die Minusgrade und der eiskalte, weiße Straßenbelag nicht, und so spaziert er auch im Winter „ganz unten rum“ immer leicht bekleidet durch die Straßen – bei Wind und Wetter.

Während alle anderen dick verpackt durch den Schneesturm stapften, marschierte der Erzieher aus Melsdorf ganz entspannt und fröhlich-locker in Flip-Flops und mit nackten Beinen durch die beißende Kälte. Kalt? „Überhaupt nicht, ich bin seit 15 Jahren so unterwegs und war seit acht Jahren nicht mehr krank“, sagt Björn Borchert und strahlt dabei übers ganze Gesicht.

Warum der sommerliche Auftritt auch im Winter? Ausgangspunkt war eine Reise vom warmen Florida ins kalte Quebec. Björn Borchert behielt seine Sommersachen einfach an, verblüffte eine Tankwartin („It’s not sand, it’s snow!“), zieht seinen extravaganten Kleidungsstil seitdem durch und genießt die Bein- und Fußfreiheit.

Hochzeiten, Konfirmation oder Taufe sind auch in Flip-Flops kein Problem, „nur bei Beerdigungen komme ich in Schuhen, das habe ich meiner Mama versprochen“. Die Leute gestern auf dem Rathausmarkt stutzten bei seinem Anblick kurz, schmunzelten, sprachen ihn freundlich an oder hoben anerkennend den Daumen. „Nur nette Leute“ freut sich Borchert über die positiven Reaktionen zu seinem gewagten Outfit. „Ich hab keine Angst vor der Russenpeitsche“, blickt er ohne mentales Zähneklappern den eiskalten Tagen entgegen.

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