Schüleraustausch: Franzosen kennen keine Strandkörbe

Insgesamt 56 Jungen und Mädchen nahmen am deutsch-französischen Schüleraustausch Excideuil-Eckernförde teil.
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Insgesamt 56 Jungen und Mädchen nahmen am deutsch-französischen Schüleraustausch Excideuil-Eckernförde teil.

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19. Mai 2018, 06:51 Uhr

Schüler beugen sich konzentriert über die Zettel vor ihnen, manche besprechen sich leise. Man hört Französisch, Deutsch und Englisch. Was hier zunächst wie normale Gruppenarbeit aussieht, ist Teil des Austauschprogramms der Jungmannschule Eckernförde mit der Partnerschule in Excideuil aus dem Département Dordogne (Südfrankreich). Es ist bereits der vorletzte Tag der französischen Gäste, und an diesem besuchen sie gemeinsam mit ihren Gastgebern die Schule. Bereits zum 28. Mal findet der Austausch der beiden Schulen statt. Für Evelyne Martinez, Deutschlehrerin an der Schule in Excideuil, ist es der zweite Austausch dieser Art. „Für uns ist das immer sehr positiv, weil unsere Schüler aus dem Land rauskommen. Für viele ist das das erste Mal.“ Sie bemerkt Unterschiede im Sprachverhalten der deutschen und französischen Schüler: „Meine Schüler sind es nicht gewohnt, eine andere Sprache zu sprechen und trauen sich nicht so. Die Deutschen kennen das mehr und trauen sich eher.“

Aber in den Gastfamilien müssen ihre Schützlinge schon versuchen, die fremde Sprache zu sprechen. Die 56 Jungen und Mädchen blicken positiv auf ihre Erfahrungen während der vergangenen Woche zurück. Besondere Highlights für alle waren die Ausflüge nach Hallig Hooge und nach Hamburg. Die französischen Schüler schwärmen von der Offenheit der Eckernförder und der Herzlichkeit, mit der sie hier aufgenommen wurden. Fasziniert zeigen sie sich von den Strandkörben, die es in Frankreich nicht gibt. „Es gibt auf Französisch noch nicht mal ein Wort dafür“, sagt Lena (15) aus der 9 c.

Besonders fielen aber sowohl den Deutschen als auch den Franzosen Unterschiede bei den Essgewohnheiten auf. Audrey (14) stellt fest: „Deutsche essen sehr viel und immer. Das ist für uns sehr ungewöhnlich.“ Im Gegensatz dazu berichtet Lena: „In Frankreich dürfen die nur zu bestimmten Zeiten essen.“ „Und zum Frühstück essen sie einfach vom Tisch, ohne Teller“, ergänzt Alexander (15) aus der 9 d. Es ist bereits der Gegenbesuch des Austauschs, Ende April war die deutsche Gruppe, bestehend aus 28 Acht- und Neuntklässlern in Frankreich. Das Programm steht allen offen und findet immer sehr viel Zuspruch. „Dieses Jahr mussten wir uns Auswahlkriterien überlegen, da zu viele mitwollten“, sagt Anke Hanxleden, die die deutsche Gruppe nach Frankreich begleitet hat.

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