Initiative : Schüler wollen Brücke schlagen

Seit Anfang Mai trifft sich die Schülerinitiative für Flüchtlinge regelmäßig, um Kontakte zu jugendlichen Flüchtlingen zu knüpfen.
Seit Anfang Mai trifft sich die Schülerinitiative für Flüchtlinge regelmäßig, um Kontakte zu jugendlichen Flüchtlingen zu knüpfen.

Die Jungmannschule startet eine Schülerinitiative für Flüchtlinge. Erste Ideen für ein Ferienprogramm der Jungmannschüler wurden gesammelt.

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16. Juli 2015, 06:09 Uhr

Derzeit kommen täglich 140 Flüchtlinge in Schleswig-Holstein an. Laut Angabe des Innenministeriums waren es allein in den vergangenen zehn Tagen 1250. Als Reaktion auf die Flüchtlingsströme haben sich in Eckernförde und Umgebung Willkommenskreise gebildet.

Etwas tun und sich dem Thema zuwenden, das wollen auch Schüler und Lehrer der Jungmannschule. Aus diesem Grund wurde vor sechs Wochen auf Anregung von Lehrerin Elisabeth Bonsen eine Schülerinitiative für Flüchtlinge ins Leben gerufen. „Ziel der Initiative ist es, Ressentiments gegenüber Flüchtlingen schon bei Jugendlichen abzubauen, sagte Elisabeth Bonsen. Einem Aufruf am Schwarzen Brett seien rund 30 Schüler gefolgt. „Ich war überrascht von der großen Bereitschaft“, so Bonsen.

Nach einem ersten Treffen Anfang Mai haben die Schüler der Jahrgänge acht bis zwölf in den vergangenen Wochen mit jugendlichen Flüchtlingen aus dem Raum Eckernförde Kontakt aufgenommen. Sie besuchten Willkommenscafés in Fleckeby und Eckernförde oder waren im „DaZ-Zentrum“ an der Fritz-Reuter-Schule, wo von der ersten bis zur vierten Klasse alle Grundschüler, die zweisprachig aufwachsen, ein- bis dreimal die Woche DaZ (Deutsch als Zweitsprache) lernen.

Beim dritten Treffen der Schülerinitiative, das gestern Nachmittag in der Jungamnnschule stattfand, berichteten die Schüler von ihren Eindrücken: Carlotta Stintzing (17) besuchte das Willkommenscafé in Fleckeby und berichtete, dass sie dort schnell zu den jugendlichen Flüchtlingen Kontakte knüpfen konnte. Ein Mitglied des Willkommenskreises versuche zurzeit, den Kontakt zu einer Flüchtlingsfamilie aus Barkelsby herzustellen.

Julia Tiedemann war zu Gast beim Willkommenscafé in Eckernförde. „Es war nicht ganz so einfach ins Gespräch zu kommen“, sagt die 17-Jährige. Die Sprachbarriere sei ein großes Problem. Während einige schon nach wenigen Wochen in Deutschland die Sprache sehr gut beherrschten, gebe es bei anderen hin und wieder Verständigungsprobleme.

„Dass das Sprachniveau sehr unterschiedlich ist, können wir auch bei uns an der Schule feststellen“, sagt Schulleiterin Jutta Johannsen. Das spiele auch bei der Frage, ob Flüchtlingskinder an dem Gymnasium aufgenommen werden, eine wichtige Rolle. Im nächsten Schuljahr wird die Jungmannschule zwei Brüder aus Syrien aufnehmen, die seit sieben Monaten in Deutschland leben und zurzeit die DaZ-Klasse der Fritz-Reuter-Schule besuchen.

Auch im nächsten Schuljahr soll die Initiative an der Jungmannschule fortgeführt werden. Für die Zeit während der Sommerferien hat Carlotta Stintzing ein Ferienprogramm angeregt, wo die Eckernförder den Neuankömmlingen die Gegend zeigen.

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