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Einsatz für die Ureinwohner : Schüler im Tropenfieber

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Menschenrechtsaktivistin Christina Haverkamp besucht Isarnwohld-Schule / Schüler sehr interessiert

Unterricht findet dieser Tage häufig vor Büchern und Bildschirmen statt. Und manchmal ist es für die Schüler gar nicht so leicht, eine persönliche Beziehung zu den vermittelten Inhalten aufzubauen. Dabei ist gerade das auch wichtig, um die Heranwachsenden nachhaltig für bestimmte Themen zu sensibilisieren. An der Isarnwohld-Schule haben Schulleitung und Lehrkräfte diesen Zusammenhang längst erkannt –und gehandelt. Unter Leitung von Geographielehrerin Regina Müller-Gabriel konnte die Schule auch in diesem Jahr wieder die weitgereiste Schleswig-Holsteinerin Christina Haverkamp zu zwei informativen Vorträgen rund um das Leben und die Geschichte der Yanomami-Indianer in Brasilien und Venezuela begrüßen.

Insgesamt 300 Schüler der Klassenstufe Fünf und Sechs sowie eine siebte Klasse konnten sich im Kultur- und Bildungszentrum gemeinsam mit der ehemaligen Segellehrin auf eine 90-minütige Reise an den Amazonas begeben, bei der sie viele wissenswerte Fakten vermittelt bekamen.

„Es ist sehr schön, dass Christina Haverkamp schon seit 15 Jahren in regelmäßigem Abständen zu uns kommt. Da das Volk der Yanomami unter dem Motto „Wie wir und andere leben“ auch auf unserem Lehrplan steht, passen ihre Vorträge ideal ins Gesamtkonzept“, betonte Regina Müller-Gabriel. Sie wolle die Schüler über die Kultur, aber auch die Bedrohung durch Goldsucher und Krankheiten wie Malaria informieren und im Idealfall eigenes Engagement für das Naturvolk wecken, so Christiana Haverkamp, die 1992 auf einem Bambusfloß mit dem Rüdiger Nehberg den Atlantik überquert hat um auf die Unterdrückung der Indianer aufmerksam zu machen.

Die Schüler konnten mit Hilfe vieler Originalaufnahmen, die die Menschenrechtsaktivistin von ihren zahlreichen Expeditionen nach Südamerika mitgebracht hatte, nachvollziehen, mit welchen Herausforderungen Christina Haverkamp, ihre Helfer und die Indianer bei der Durchführung verschiedener Projekte konfrontiert wurden. „Leider hat es uns die Regierung vor Ort vor allem anfangs nicht immer einfach gemacht. Und die Goldsucher, die sich in der Heimat der Indianer ausgebreitet und rücksichtslos nach Bodenschätzen gesucht haben, stellen auch heute noch in vielen Gebieten eine Bedrohung für das letzte noch ursprünglich lebende Indianervolk der Erde dar“, berichtete Christina Haverkamp. Durch die bei den Grabungen entstehenden Sümpfe werde vor allem die gefährliche Anopheles-Mücke angelockt, die als Überträgerin vom Malaria gilt. Wird diese Krankheit nicht medikamentös behandelt, führt sie unweigerlich zu Tod des Infizierten. Da sich die brasilianische Regierung über viele Jahre geweigert hat, die Behandlung der Indianer zu finanzieren, kam es in Kombination mit anderen eingeschleppten Krankheiten und gewaltsamen Überfällen zu rund 2000 Todesfällen unter den insgesamt 7000 Yanomami-Indianern auf brasilianischer Seite.

2006 hat Christina Haverkamp einen Verein gegründet, der sich für ihre Rechte und eine adäquate medizinische Versorgung einsetzt. Auch kleinere Beträge, wie die Zahlungen der Schüler für den Vortrag, können im Amazonasgebiet eine große Verbesserung der Lebensqualität herbeiführen. So ist es der Aktivistin gemeinsam mit Helfern und den Indianern unter anderem gelungen, drei gut ausgestattete Krankenstationen im Regenwald zu errichten, in denen die Yanomami auch selbst zu Krankenpflegern ausgebildet werden. „Wir wollen Hilfe zur Selbsthilfe bieten und die Indianer von Anfang an bei allen Projekten miteinbeziehen“, beschreibt die Vereinsgründerin das Konzept. Im Anschluss an die Veranstaltung konnten die Kinder zur ihr auf die Bühne kommen, eigene Fragen stellen und mitgebrachte Objekte, wie zum Beispiel einen präparierten Piranha und Pfeil und Bogen, hautnah erleben.

Weitere Informationen und visuelle Eindrücke finden sich unter www.yanomami-hilfe.de.

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