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Podiumsdiskussion in Louisenlund : Schüler fühlen Politikern auf den Zahn

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Landtagskandidaten stellen sich den Fragen der Schüler

Louisenlund | Viele Schüler sind bei der diesjährigen Landtagswahl zum ersten Mal wahlberechtigt. „Dennoch haben viele von der politischen Landschaft kaum eine Ahnung“, sagte Theresa Priebe. Die 18 Jahre alte Internatsschülerin übernahm gestern bei der hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion die Rolle der Moderatorin. Zusammen mit dem Lehrer Frank Dallmeyer hat sie die Idee für diese Veranstaltung entwickelt. Auch die Politiker wissen um die Relevanz von Erstwählern. Somit stellten sich Daniel Günther (CDU), Birte Pauls (SPD), Joschka Knuth (Grüne), Heiner Garg (FDP), Christian Dirschauer (SSW) und Peter Matthiesen (Piraten) den Fragen von etwa 200 Schülern in der Kunst-und Kulturhalle der Stiftung Louisenlund. Auch 30 Schüler der Eckernförder Waldorfschule nutzten die Möglichkeit, sich die Programme der Parteien näher erklären zu lassen. „Das Ziel ist es, einen Überblick zu bekommen und die Erstwähler informiert an die Urne zu schicken“, erklärte Priebe.

Dabei hatten die Schüler fast ausschließlich Fragen zur aktuellen und zukünftigen Bildungspolitik in Schleswig-Holstein. „Wie wichtig finden Sie die Existenz von Privatschulen?“, fragte ein Schüler. Dabei waren sich alle, bis auf Matthiesen einig. Günther (CDU) hielt die für eine „unglaubliche Bereicherung“, der Schullandschaft. Auch Pauls (SPD) betonte, dass Privatschulen zu einer offenen Gesellschaft dazugehören. Knuth (Grüne) betonte, man wolle auch in Zukunft die Existenz von Privatschulen „stärken und stützen“. Nur Matthiesen (Piraten) sagte, dass absolut „keine Zugangsgleichheit gegeben“, sei. Dies unterstütze er nicht, obwohl er die Leistungen der Louisenlund-Stiftung als „tolle Sache“ bezeichnete.

Bei der Frage, wie man die Rückkehr zu G9, dem Abitur nach neun Jahren schaffen wolle, wenn jetzt schon Lehrerstellen fehlen, entbrannte auf dem Podium eine kontroverse Diskussion. Pauls betonte, dass man schon „2000 Lehrer mehr im System gelassen“ habe, als die Vorgängerregierung gewollt hätte. Christdemokrat Günther sieht die Qualität des Abschlusses als relevantestes Ziel. Christian Dischauer (SSW) erklärte, man habe schon jetzt „98 Prozent Unterrichtsversorgung“ erreicht. Matthiesen (Piraten) sagte, ihm sei es wichtig, dass nach der Grundschule „die Eltern entscheiden welchen Weg das Kind einschlägt“. Hier wurden die Lehrer laut und bezeichneten diese Forderung als „unsinnig“.

Bei der Gestaltung der Lehrpläne sei laut Heiner Garg ein gravierender Fehler gemacht worden. „Der gleiche Stoff wird jetzt mit weniger Zeit durchgezogen“. Die Schüler beschwerten sich, dass die Pläne zu umfangreich seien. Diese inhaltliche Debatte müsse auch geführt werden. Man solle aber nicht erneut eine Strukturdebatte anstoßen, so Joschka Knuth (Grüne). Nach der Diskussion fühlte sich Schülerin Karlotta (16) gut informiert. „Es hat vieles klarer gemacht“, sagte sie. Sie habe durch die Diskussion auch eine Tendenz für die anstehende Wahl bekommen. Das Ziel der Podiumsdiskussion wurde bei ihr erreicht. 


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