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Lernen am anderen Ort : Schüler entmüllen den Strand

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Rund 240 Gorch-Fock-Schüler haben am Donnerstag Müll am Kurstrand gesammelt – „Lernen am anderen Ort“ wegen des Schulumzugs.

shz.de von
erstellt am 21.Jul.2017 | 05:47 Uhr

Eckernförde | Eine Woche lang zieht die Gorch-Fock-Schule mit ihrem Mobiliar an den Wulfsteert um, eine Woche lang sind die Schüler vormittags praktisch obdachlos. Statt Unterricht mit Tisch und Tafel gibt es deshalb „Lernen am anderen Ort“ – gestern waren kknapp 240 Schüler am Strand und haben Müll gesammelt.

Was aus der Not geboren ist, findet Lehrerin Sandra Petersen gar nicht so schlecht: „Das kann man ruhig öfter machen. Die Kinder lernen auf diese Weise ihre Umgebung kennen und begreifen, indem sie selbst mit Hand anlegen.“ Schon im Unterricht ist in vielen Klassen das Thema Müll behandelt worden: Müll an Land und Müll im Meer. Besonders der Plastikmüll macht es der Natur schwer, weil er sich erst nach vielen Jahren zersetzt: Eine Plastiktüte benötigt dafür 10 bis 20 Jahre, eine Angelschnur sogar 600 Jahre. Und selbst dann ist das Problem nicht beseitigt, sondern der Müll nur in Mikroteilchen aufgespalten, die von Fischen und anderen Meerestieren aufgenommen werden und über die Nahrungskette im Menschen landen können.

Gestern Vormittag konnten die Kinder am eigenen Leib erfahren, wie viel Müll selbst in einer sauberen Stadt noch am Strand liegen bleibt. Etwa eine Stunde lang schwärmten die Schüler der ersten bis vierten Klasse zwischen DLRG-Hauptwache und Ostsee Info-Center aus, ausgerüstet mit Greifern, Handschuhen und Mülltüten.

„Am häufigsten habe ich Zigaretten gefunden“, sagte die neunjährige Mia Hütten aus der Klasse 3c. „Und Plastikbecher.“ Sie findet die Aktion gut. „Man schneidet sich nicht mehr an Scherben im Sand, wenn alles aufgeräumt ist.“ Den Leuten, die ihre Zigarettenkippen einfach im Sand liegen lassen, gibt sie Eines mit auf den Weg: „Sie sollen mit ihren Zigarettenstummeln zum Mülleimer gehen. Das kostet nichts, und es sind doch überall welche da.“

Auch alle anderen Schüler berichten, dass sie vornehmlich Zigarettenkippen gefunden haben, gefolgt von Bonbonpapier, Plastikfetzen und Flaschendeckeln. Das deckt sich mit den Ergebnissen des „Coastal Cleanup Day“, bei dem weltweit Freiwillige Küsten und Flussufer säubern. Demnach stehen Zigaretttenkippen an der Müllspitze, gefolgt von Plastikflaschen, Bonbonpapier, Flaschendeckeln und Strohhalmen.

Für die Gorch-Fock-Schule und die Eckernförde Touristik und Marketing Gesellschaft (ETMG) war gestern schon ein vorgezogener „Coastal Cleanup Day“. Er wird normalerweise im September begangen – in diesem Jahr nehmen 270 Kinder von sieben Schulen teil. Als Dank für ihre Mühe hatte Sabrina Bock von der ETMG auch ein Geschenk für jeden Schüler: Augenklappe und Kopftuch für das Piratenspektakel. Die Plastikfolie, in die sie eingepackt waren, landete selbstverständlich im Mülleimer.

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