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Eckernförder Zeitung

22. August 2017 | 19:23 Uhr

Schrittweise Annäherung

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Energie wird teurer werden. Wahrscheinlich nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Das liegt nicht an der Energiewende allein, die bisher ja ohnehin ein nationales Projekt ist. Die Begründung, warum wir die Energiewende eingeleitet haben, ist zwar richtig, aber einseitig. Wir berufen uns auf die Bewahrung der Schöpfung und auf Nachhaltigkeit. Wir wollen nachfolgenden Generationen nicht das Risiko der Kernenergie vererben und zudem ein sauberes Klima hinterlassen. Das ist verantwortungsvoll und in die Zukunft gedacht.

Die Energiewende wird langfristig einen weiteren Vorteil mit sich bringen. Energie wird weltweit teurer werden, weil die Ressourcen für fossile Brennstoffe, Kohle, Erdöl und Erdgas, bei einer rasant steigenden Weltbevölkerung immer knapper werden. Der Kampf um diese Ressourcen wird Energie verteuern. Deshalb wird die rechtzeitige Umstellung auf erneuerbare Energien für Deutschland in Zukunft ein Wettbewerbsvorteil sein. Schon jetzt ist die Energiewende eine Jahrhundertchance für den Norden Deutschlands und besonders für Schleswig-Holstein. So viel Wertschöpfung haben wir vor 10 oder 15 Jahren nicht zu hoffen gewagt, wie wir jetzt an Wind- und Bioenergie produzieren. Windenergie liefert schon heute den größten Anteil an erneuerbarer Energie.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass es die Energiewende nicht zum Nulltarif gibt. Sie wird zwar die deutsche Wettbewerbsfähigkeit langfristig im Bereich der Energieversorgung verbessern, aber eben langfristig. Heute ist es unsere Aufgabe, die Kosten für die Verbraucher und die Industrie einzudämmen. Die Kosten für Energie sind ein Standortfaktor für Investitionen und Unternehmensansiedlungen.

Diesen Standortfaktor dürfen wir nicht verspielen. Energie muss bezahlbar bleiben, für die Menschen und die Wirtschaft. Deshalb hat die neue Bundesregierung sich das dringende Ziel gesetzt, das Erneuerbare-Energien-Gesetz noch in der ersten Jahreshälfte 2014 zu überarbeiten.

Wir setzen auf Ausbaukorridore für erneuerbare Energie, auf kostengünstige Technologien, auf den Abbau von Überförderung und auf eine Vereinfachung des Gesetzes. Vor allem aber müssen die Standorte sinnvoll gewählt werden, wenn wir den Anteil an erneuerbarer Energie steigern und zugleich den Kostenanstieg begrenzen wollen. In windschwachen Regionen und in Gegenden mit wenig Sonne bedarf es keiner Förderung der Wind- oder Solarenergie. Stattdessen brauchen wir eine Konzentration auf effektive und technisch gut beherrschbare Standorte. Das gilt vor allem für die Windenergie an Land im Norden. Die Vorschläge des neuen Energieministers Sigmar Gabriel werden unter diesem Gesichtspunkt zu prüfen sein. Für Schleswig-Holstein ist wichtig, dass wir die Chancen der Windenergie weiter nutzen können.

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erstellt am 22.Jan.2014 | 00:31 Uhr

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