Schrittweise Annäherung

bundesadler

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07. Mai 2019, 16:58 Uhr

Ambitionierter Realismus bei der Gestaltung der Energiewende ist der entscheidende Beitrag, den Deutschland zum Klimaschutz leisten kann. So früh wie keine zweite vergleichbare Wirtschaftsmacht der Welt hat Deutschland mit dem Aufbau einer regenerativen Energieversorgung begonnen. Der gleichzeitige Ausstieg aus der Kernenergie und der anvisierte Ausstieg aus der Kohleverstromung bringen uns dabei an die Grenzen des physikalisch Machbaren.

Die Herausforderung ist und bleibt, drei Kriterien in Einklang zu bringen: Umweltverträglichkeit, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit. Das erfordert ein beständiges Nachjustieren.

Mit einem reinen Zubau beispielsweise neuer Windräder ist es längst nicht getan. Diese Erkenntnis ist gerade für Schleswig-Holstein als gesegneter Windstandort schmerzlich. Damit der Strom genutzt werden kann, müssen zusätzliche Leitungen her und neue Speichermöglichkeiten. Genau darin liegt hierzulande das Nadelöhr für die Energiewende.

Mit Hochdruck arbeitet daher die Bundesregierung zum einen an der Vereinfachung des deutschen Planungsrechts. Bisher dauern die Verfahren viel zu lange und werden dann am Ende oft noch über mehrere Instanzen beklagt, wodurch sich der Bau zusätzlich verzögert.

Gleichzeitig muss es darum gehen, zügig den Weg ins Wasserstoffzeitalter zu beschreiten. Anders als Strom kann Wasserstoff aufbewahrt werden. Daher richtet sich der Fokus auf entsprechende Verfahren zur Umwandlung und Speicherung von regenerativ gewonnener Energie. Wasserstoff kann zudem ins Erdgasnetz eingespeist werden. Auch die in Planung befindliche LNG-Infrastruktur wird hierfür später zur Verfügung stehen.

Gerade für Schleswig-Holstein gibt es hier einen gewaltigen Schatz zu heben! Neben der klassischen Energieversorgung durch das Gasnetz bieten sich auch für die Energiewende im Verkehrsbereich neue Chancen: Synthetisch erzeugte Kraftstoffe sind der Schlüssel zur klimaneutralen Mobilität der Zukunft!

Das zeigt: Die Energiewende verursacht nicht nur Kosten, sondern eröffnet Chancen auf Wertschöpfung und künftigen Wohlstand! Wenn uns die Energiewende „zu Hause“ gelingt, dann hat Deutschland als eine der führenden Hochtechnologienationen der Welt beste Exportchancen. Das wiederum verbessert die Aussichten darauf, dass auch große Volkswirtschaften wie China bei der Energiewende nachziehen. Für das Weltklima ist das eine dringende Notwendigkeit.

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