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Eckernförder Zeitung

27. Juni 2017 | 04:09 Uhr

Schrittweise Annäherung

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Ergebnisse der UN-Weltklimakonferenz in Paris Ende 2015 waren mit großer Hoffnung verbunden. Die Staaten erklärten, die globale Erderwärmung so weit wie möglich begrenzen zu wollen. Wälder und unterirdische Speicher können bis 2050 ausgestoßene Treibhausgase ausgleichen. Die Umsetzung der Ziele sollte regelmäßig kontrolliert werden. Für ärmere Staaten sind Frühwarnsysteme und Klimarisikoversicherungen vorgesehen. Das Ende fossiler Brennstoffe sollte in Paris eingeleitet werden. Angela Merkel sprach von einem „historischen Wendepunkt“.
Der neue amerikanische Präsident Donald Trump glaubt nicht an einen von Menschen verursachten Klimawandel. Im Wahlkampf erklärte er arbeitslosen Bergarbeitern, schon bald würden sie wieder Kohle abbauen. Auf dem am Wochenende zu Ende gegangenen G7-Treffen, bei dem die Staats- und Regierungschefs der sieben wichtigsten westlichen Industrieländer verhandeln, blieb die Zusage Trumps zur Einhaltung des Pariser Abkommens offen. Angela Merkel schätzte die Diskussion als sehr unbefriedigend ein. Für sie sei Klimaschutz das wichtigste Thema überhaupt.

Wir alle halten Autos, Flugzeuge, Eisenbahnen, stromintensive Industriebranchen, beleuchtete Wohnungen und Kühlschränke für eine Selbstverständlichkeit. Bisher wurde Energie überwiegend durch das Verbrennen von Abbauprodukten aus geologischer Vorzeit gewonnen. Die Verbrennungsrückstände wirken in der Atmosphäre wie das Glas eines Gewächshauses. Die Erde erwärmt sich. Das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung begründet damit Wetterextreme wie die Dürre in Kalifornien 2016, die Überschwemmung in Pakistan 2010 und die europaweiten Hitzewelle 2003.

Die USA standen dem Klimawandel schon immer unkritischer gegenüber. Auch Präsident George W. Bush wollte sich nicht an Abkommen binden. Es war Barack Obama, der den Zusammenhang von Klimawandel, Dürre und Missernten akzeptierte und handelte.

Deutschland zeigt gerade, dass erneuerbare Energien auch zu Wirtschaftswachstum führen. 1,5 Millionen Menschen haben bei uns einen Arbeitsplatz in den Bereichen erneuerbare Energien oder Umweltdienstleistungen gefunden. Die Elektromobilität hat großes Wachstumspotenzial. CDU, FDP und Grüne wollen in Kiel eine neue Landesregierung bilden. Gerade haben sie sich auf die Förderung nachhaltiger Landwirtschaft und den vernünftigen Ausbau von Wind- und Solarkraft geeinigt.

Donald Trump betreibt eine Klimapolitik, die nicht nur uns, sondern auch seinem Land schadet. Wir verantworten aber nicht, ob er sich überzeugen lässt. Deshalb ist es wichtig, mit vielen amerikanischen Politikern, Unternehmern und Umweltschützern zu sprechen. Denn der neue Präsident merkt so langsam, dass die amerikanische Demokratie nicht auf sein Kommando wartet.


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