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Eckernförder Zeitung

16. Dezember 2017 | 18:02 Uhr

Brandserie : Schon wieder Stroh in Flammen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

In der Nacht von Sonntag auf Montag gehen fast zeitgleich in Holtsee Strohballen in Flammen auf. In Hohenlieth brennen rund 1500 Ballen, in Neu-Holtsee etwa 400. Fast 300 Einsatzkräfte sind vor Ort . Die Polizei schließt Brandstiftung nicht aus.

shz.de von
erstellt am 26.Aug.2013 | 13:11 Uhr

Zwei Großfeuer in Holtsee hielten gestern rund 300 Einsatzkräfte der Feuerwehren in Atem. In beiden Fällen schließt die Kriminalpolizei Brandstiftung nicht aus. Erstmals wurden die Brandschützer gegen 1.40 Uhr alarmiert. Auf dem Hof Ladenburg in Neu-Holtsee waren rund 400 Strohballen in Flammen aufgegangen. Neben der Ortsfeuerwehr rückten auch die Wehren aus Haby, Sehestedt, Bünsdorf und Holzbunge aus. Zeitweise waren bis zu 100 Feuerwehrleute im Einsatz. Keine halbe Stunde später gingen erneut die Sirenen. In Hohenlieth standen rund 1500 Strohballen in einem Unterstand in Flammen. Nach und nach trafen hier die Freiwilligen Feuerwehren aus Gettorf, Bornstein, Gettorf, Tüttendorf, Neudorf, Revensdorf, Groß Wittensee, Groß Königsförde, Altenhof und Blickstedt mit insgesamt fast 200 Einsatzkräften ein. Während beim Neu- Holtseer Brand Ortswehrführer Kai-Uwe Haß die Einsatzleitung hatte, übernahm in Hohenlieth Jürgen Bromann, Amtswehrführer Dänischer Wohld, das Kommando. In Hohenlieth wurden die Wehren auch durch das Technische Hilfswerk und die Bereitschaft des DRK unterstützt.

„Der Funkenflug war schon von Weitem zu sehen“, sagt Bromann. Der starke Qualm und die Funken stellen zudem eine Bedrohung für die benachbarten Kuh- und Schweineställe dar. Daher setzen die Wehren auf einen massiven Wassereinsatz, um Tiere und Nebengebäude zu schützen. Auch der Zement eines Güllebehälters drohte aufgrund der hohen Temperaturen zu platzen, sodass dieser erst herabgekühlt werden musste. Ein Statiker gab später grünes Licht, dass die Ummantelung halte. Gegen 8 Uhr morgens konnten alle Ballen abgelöscht werden. Anschließend fuhren die landwirtschaftlichen Fahrzeuge des Betriebe quasi im Pendelverkehr hin und her, um das Stroh auf einem Stoppelfeld auszubreiten.

„Wir haben aus der Zisterne in Altenhof, dem Löschteich in Holtsee und von einem Bornsteiner Hydranten das Löschwasser gepumpt“, berichtete Bromannn über den Aufbau der Löschwasserversorgung. Ähnlich aufwändig war es in Hohenlieth. Hier musste eine rund zwei Kilometer lange Schlauchverbindung gelegt werden, teilte Wehrführer Haß mit.

Besondere Gefahr ging in Hohenlieth von 16 Paletten mit Düngemittel aus, die nahe der Ballen gelagert wurden. Daher wurde auch der Löschzug Gefahrgut aus Rendsburg nachalarmiert, der diese entfernte. „Bei Kontakt mit Wasser hätte sich Natronlauge gebildet“, sagte Jürgen Beyer, Sprecher des Kreisfeuerwehrverbands auf Nachfrage der Eckernförder Zeitung.

In den vergangenen Tagen häuften sich in der Region die Fälle von Strohbränden. Zuletzt brannte es gleich zweimal in Holzbunge, am Wochenende außerdem noch in Neudorf-Bornstein. Dass diese Serie an Bränden und vor allem die fast zeitgleichen Feuer in Holtsee durch Brandstiftung verursacht wurden, liegt nach Auskunft der Polizei nahe.

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