Geocaching : Schon ein alter Hase beim Geocaching

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Mit seinen 70 Jahren ist der Hüttener Uwe Nielsen begeisterter Geocacher . Fast 1000 Schätze hat er schon entdeckt

shz.de von
02. Juni 2014, 06:32 Uhr

Irgendwo muss er doch sein. Uwe Nielsen liegt über die Steinmauer an der Bismarckstatue gebeugt. Auf dem Aschberg sucht der 70-Jährige einen Cache. Caches, das sind versteckte Schätze, die bei der digitalen Schatzsuche Geocaching gesucht werden. 945 Caches hat Uwe Nielsen zusammen mit seiner Frau Sonja schon gefunden. Nicht nur in den Hüttener Bergen sind die beiden unterwegs, quer durch Schleswig-Holstein haben sie sich schon gesucht und so manchen Cache gefunden. Auch bei Kassel und bis an die polnische Grenze haben sie schon versteckte Schätze aufgespürt. „Die meisten habe ich zu Fuß erreicht“, berichtet Uwe Nielsen, der noch keinen Cache selbst versteckt, oder wie die Geocacher sagen ‚gelegt’, hat. „Irgendwann kommt das auch noch.“

Wenn er loszieht, hat er immer einige hilfreiche Utensilien dabei: Ein Muss ist ein GPS-Empfänger oder ein Smartphone mit Geocaching-App. Uwe Nielsen besitzt beides. Im Gepäck hat der Hüttener auch einen Greifer für entfernte Dinge, Gummistiefel für modriges Gelände, eine Taschenlampe, einen Spiegel, um um die Ecke schauen zu können, und einen Peilkompass. Auch einen Magneten, da Caches häufig in Eisenrohren versteckt sind, sowie eine kleine Leiter hat er im Gepäck.

Caches, bei denen man richtig klettern muss und eine Kletterausrüstung braucht, sucht er aber nicht: „Das will ich nicht mehr. Da können jüngere Menschen hoch.“ Auch kleine Geschenke wie Halbedelsteine trägt er bei sich, um sie gegen andere Geschenke, die in den Dosen einiger Caches liegen, auszutauschen. Für den Fall, dass mal ein Logbuch kaputt ist, ist er mit Ersatzlogbüchern gewappnet. Fehlen dürfen auch nicht Zettel und Stift, denn manchmal ist eine Koordinate nur durch das Lösen einer Rechenaufgabe herauszufinden. Auch einen Stempel mit seinem Cachernamen Navigator12 hat er samt Stempelkissen dabei, um sich so in den Logbüchern der verschiedenen Caches einzutragen. Der Cache wird geloggt, sagt der Geocacher. „Als Gag“ hat er auch noch einen kleinen Ankerstempel, den er neben seinen Namen aufs Papier drücken kann. Sind die Logbücher zu klein, tut’s ein handschriftlicher Eintrag.

„Ich war Navigator bei der Marine. Meine ehemalige Fachrichtung hieß Seemännischer Dienst Navigation 12. Daraus ist Navigator 12 entstanden“, erklärt der Hüttener.

Der 70-Jährige betreibt seit einem Jahr Geocaching. „Man erwandert so viele schöne Landschaften. Das gibt es in keinem anderen Betätigungsfeld“, sagt Nielsen, der durch seinen Bruder zu diesem Hobby gekommen ist. Der ist 80 Jahre alt. „Ich habe gesehen, wie der aufgeblüht ist“, berichtet der Hüttener. Er möchte körperlich fit bleiben. „Ich war relativ schlapp“, erinnert er sich. Nach einem Jahr Geocachen sei er fitter: „Ein bisschen was von meiner Ausdauer von früher habe ich zurück. Dieses eine Jahr hat mir eine Menge gebracht.“

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