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Eckernförder Zeitung

23. Oktober 2017 | 09:14 Uhr

Oldtimer-Treffen : Schönheit aus Autoblech

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Drittes freies Oldtimer-Treffen auf Gut Damp. Halter von rund 100 Fahrzeugen, die älter als Baujahr 1989 sind, fuhren vor. Viele Besucher kamen und staunten über die Dinosaurier der Straße.

shz.de von
erstellt am 27.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Damp | Jeder ist willkommen, wenn sein Fahrzeug vor dem Jahr des Mauerfalls 1989 gebaut wurde. Mike Reinecke als Cheforganisator des freien Oldtimer Treffens auf Gut Damp hat für die „Collection Schwansen“ nur wenige Regeln aufgestellt, bei entsprechendem Alter ist sonst alles erlaubt. Ob Automobil, Trecker oder Zweirad, alles was einen Motor hat, in der Sonne glänzt und einen guten Beitrag zur interessanten Mischung beitragen kann, ist gerne gesehen.

„Wir halten das Oldtimer-Treffen sehr bewusst offen und laden alle ein dabei zu sein, die Freude an diesem Hobby haben“, so Reinecke, der sich Sonntag schon vor 11 Uhr, dem offiziellen Beginn der Veranstaltung, über viele Gäste freuen konnte. Das idyllische Gut Damp war zum dritten Mal der perfekte Ort für das Treffen. Nostalgie lag in der Luft, und das war nicht nur der schönen Leierkasten-Musik geschuldet.

Vor allem Automobile aller Klassen, Marken und Formen spiegelten die Entwicklung des Autos und den Zeitgeist ihrer Epoche wieder. Vor dem Automobil-Museum, das in der alten Gerstenscheune untergebracht ist, luden die stolzen Besitzer zum Fachsimpeln und Staunen ein. „Wir lieben die Mischung“, erklärte Reinecke das Konzept der Veranstaltung, wobei er weiß, dass nicht nur Fachleute die alten Autos lieben, sondern alle Menschen, die Spaß an Form, Farbe und Ästhetik haben.

Besonders Kinder seien immer wieder neu von den glänzenden Oldtimern begeistert. Und schön zeigten sich alle, was natürlich am guten Pflegezustand liegt. Mit Leidenschaft, Liebe und finanziellen Einsatz kümmern sich die stolzen Besitzer täglich um ihre Schätze, so wie Jan Detlefsen aus Sörup. Er kam mit seinem besonderen Dodge Brother nach Damp. Den Oldtimer hatte er sich, nach berufsbedingtem Aufenthalt in Australien, schrottreif als Andenken mit nach Deutschland gebracht. Gute drei Jahre intensive Arbeit stecken heute in der weißen Schönheit aus dem Jahr 1928, der in Europa wirklich einzigartig ist, weil das Auto damals nur für Australien, Tasmanien und Neuseeland gebaut wurde. Seinem Dodge widmet Jan Detlefsen seine ganze Aufmerksamkeit.

Horst Hennings von den Oldtimer-Freunden Angeln verteilt seine Liebe auf acht alte Schlitten. Mit seinem Opel Super 6 aus dem Jahre 1937 war er nach Damp gekommen. Seit 30 Jahren behütet er das Schmuckstück und hat jeden Tag Freude daran. „Ihr Sinn für Schönheit und Einzigartigkeit macht die Besitzer aus“, weiß Mike Reinecke, der selbst sehr stolz auf seine „Gertrud“ ist. Der Morris Oxford aus dem Jahr 1930 gilt als das erste Wohnmobil. Mit dem Chic eines überdimensionierten Reisekoffers auf Rädern. Vor allem auch ein Blick ins Innere des Wohnmobils, dessen einziges Gegenstück es noch in Londoner Automobilmuseum gibt, beeindruckt durch Liebe zum Detail und den Hauch der Geschichte, der immer noch durch die Kabine zieht. Sie sind ein Stück Geschichte, Zeitgeist und in Teilen auch Wunder der Technik, diese alten Wagen, für die sich Liebhaber begeistern. Dabei ist die Pflege der Oldtimer nicht nur ein Hobby für Großverdiener.

„Brot-und-Butter-Oldtimer“ nannte Mike Reinecke die Wagen, die ständig im Auto-Museum in der alten Scheune zu sehen sind. Automobile also, die sich auch der Durchschnittsbürger leisten kann. Die Leidenschaft für das Hobby sei allerdings durch nichts zu ersetzen – „verrückt zu sein macht es deutlich leichter“, lachte Reinecke, der es zum dritten Mal geschafft hat, rund 100 Oldtimer nach Damp zu holen und sie in wunderbarem nostalgischen Ambiente zu präsentieren. Spanferkel und Kuchen oder Paella boten auch etwas für leere Bäuche, und so wurde ein Ausflug auf das Gut Damp zu einem Erlebnis für alle Sinne.

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