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Feiertags-Dienst : Schöne Weihnachten trotz Arbeit

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Sie helfen im Notfall, fahren Taxi, predigen in der Kirche oder melken Kühe - auch an Weihnachten gibt es für manche Schleswig-Holsteiner keinen Feierabend.

von
erstellt am 25.Dez.2013 | 10:06 Uhr

Weihnachten ist ein besinnliches Fest. Viele Menschen haben frei und können das Fest im Kreise ihrer Familie und Freunden verbringen. Es gibt aber auch Menschen, die arbeiten müssen.

Einer von ihnen ist Jens-Olaf Grotjahn. Er ist Pastor in der Kirchengemeinde Sehestedt und feierte zwei Gottesdienste. Um 15 Uhr begrüßt er die Besucher des Krippenspiels, spricht das Gebet und ist für die Verkündigung zuständig. Um 17 Uhr lädt er dann zur Christvesper mit dem Posaunenchor. Für Grotjahn stehen die Weihnachtsgeschichte und eine Predigt auf der Tagesordnung.

Zum elften Mal feiert Grotjahn als Pastor in der Kirchengemeinde Sehestedt Heiligabend. Seit 1981 ist er im Dienst. 32 Jahre, in der er an Heiligabend gearbeitet hat. Seine Familie habe sich immer nach ihm richten müssen, sagt er. „Wir haben noch nie Weihnachten woanders gefeiert.“ Wenn er nach dem Krippenspiel nach Hause kam, war seine Familie schon beim Kaffeetrinken. Nach ein paar besinnlichen Minuten musste er schnell wieder in die Kirche, um sich auf die Christvesper vorzubereiten. Anschließend schnell wieder nach Hause, Essen, Bescherung. „Ich saß die meiste Zeit auf heißen Kohlen“, erinnert sich Grotjahn. Denn um 23 Uhr begann der nächste Gottesdienst. Als er dann nach Hause kam, war es nach Mitternacht und Heiligabend vorbei.

Diesmal war nach der Christvesper um 17 Uhr Feierabend und der besinnliche Abend kann beginnen. „Ich erlebe das richtig als Geschenk“, sagt der Pastor.

Von 6 bis 14 Uhr sitzt auch André Paulsen in seinem Büro in der Käserei Holtsee. Er ist stellvertretender Leiter der Abteilung Käseproduktion und Käsereifung und ist für Produktionsplanung und -ablauf zuständig. Auch an Heiligabend. „Es ist eigentlich ein ganz normaler Arbeitstag“, sagt der 32-Jährige. Auch in der Verpackung wird gearbeitet. Die Mitarbeiter in der Produktion und auf den Milchsammelwagen arbeiten im Schichtdienst den ganzen Tag. „Milch kommt jeden Tag“, sagt Paulsen. „Man kann den Kühen nicht sagen: ‚Heute gebt ihr mal keine Milch.’“

Wenn André Paulsen an Heiligabend nach Hause kommt, ist der Weihnachtsbaum schon geschmückt. Das wurde am 23. schon erledigt. Ebenso wie die Zubereitung der Rouladen für das Weihnachtsmenü. Ein Besuch beim Krippenspiel und der Besuch des Weihnachtsmannes stehen nach Feierabend auf der Tagesordnung. Bis dahin sorgt ein kleines Gesteck mit einer Kerze auf dem Schreibtisch für Weihnachtsstimmung.

Wenn Dirk Rehbehn an Heiligabend gegen 14 Uhr Feierabend hat, geht er erstmal ins Bett. Denn um 1 Uhr hat der Bäckermeister aus Ascheffel angefangen, zu arbeiten. An Heiligabend gebe es in der Bäckerei viel zu tun: Viele Menschen decken sich für die Weihnachtsfeiertage mit Broten und anderen Dingen ein.

Nach der Arbeit in der Backstube wird in Ruhe gefrühstückt, dann fährt er Bestellungen aus und holt Übriggebliebenes aus den Geschäften ab. Wieder zu Hause steht erst einmal Schlafen auf der Tagesordnung. Aber nicht zu lange, denn in diesem Jahr feiert er mit seiner Familie bei seinen Schwiegereltern Weihnachten.

Seit 35 Jahren ist Rehbehn in seinem Beruf tätig. Am 24. Dezember zu arbeiten, ist für ihn nichts Ungewöhnliches: „Heiligabend ist ein ganz normaler Werktag.“ 

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