zur Navigation springen

Auf der Pirsch : Schneller Vogel mit scharfem Blick

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Falkner Hans Newe gab in Güby Einblick in sein Hobby

von
erstellt am 14.Okt.2015 | 06:31 Uhr

Güby | Hans Newe beherrscht das imponierende Zusammenspiel von Mensch, Hund und Falke. Der Hund spürt ein Wild auf, vielleicht einen Fasan. Das meldet er dann dem Jäger, indem er in einigem Abstand regungslos stehen bleibt. Auf Kommando scheucht der Hund den Fasan auf und überlässt dem Falken die weitere Arbeit. Sofort stürzt sich der Greifvogel, der sich zuvor auf bis zu 500 Meter in die Höhe geschraubt hat, mit rund 300 Stundenkilometer auf sein Ziel und schlägt es an. „Der Wanderfalke ist das schnellste Tier der Welt“, sagte Hans Newe, der 52-Jährige aus Elsdorf-Westermühlen gab auf Einladung des CDU-Ortsverbands Güby knapp 20 Kinder einen faszinierenden Einblick in die Welt der Jagd und Falkner. Mit seiner Tochter, der 17 Jahre alten Jasmin, steht seine Nachfolgerin schon in den Startlöchern. „Nach meinen Abi mache ich den Jagdschein, dann die Falkner-Prüfung“, sagte sie.

„Auf der Pirsch“ heißt die Aktion, zu der die Orts-Union alle zwei Jahre Kinder aus dem Dorf einlädt, um ihnen Themen rund um die Natur näherzubringen. Auch wenn Hans Newe auf falknerische Vorführungen verzichtete, waren seine Erzählungen nicht weniger interessant. „Nelly“ heißt sein Wanderfalke, den Hans Newe dabei hatte. Eine kleine Haube verhinderte, dass der Vogel des Jahres 2015 etwas sehen konnte. „In 1000 Meter Entfernung könnte er eine Zeitung lesen“, sagte Newe. Ein Beutetier würde er mit seinem Tunnelblick dann nicht mehr aus den Augen lassen.

Neben Falke Nelly hatte Newe auch seinen Jagdhund Merlin dabei sowie zwei Frettchen, die immer dann zum Einsatz kommen, wenn sich die Beute im Bau versteckt und einen Habicht, einen weiteren Greifvogel. Dieser sei der Kurzstreckenjäger, erläuterte Newe.

Die Vögel werden meist schon in Gefangenschaft geboren. Es brauche viel Geduld, um sie an ihren zweibeinigen Jagdkumpan zu gewöhnen. Das Futter bekommt der Vogel immer aus der Hand, irgendwann akzeptiert der Habicht auch die mit Lederhandschuh bekleidete Faust des Falkners. „Ich habe den Vogel stundenlang durch die Gegend getragen“, so Newe. In der Faust hat er immer einen kleinen Knochen zum Knabbern für das Tier. Später wird dann eine Beute an eine Lockschnur gebunden und Newe entfernte sich immer ein Stück, bis dann eines Tages der erste Freiflug kam. „Die Tiere erhalten einen Sender, damit man sie finden kann, sollten sie doch nicht aus freien Stücken wieder auf den Handschuh fliegen.

Die Vögel haben in der Obhut des Menschen eine größere Überlebenschance als in freier Wildbahn, betonte Newe. In der Natur sterben im ersten Lebensjahr 70 Prozent der Brut. Die Lebenserwartung eines wild lebenden Habichts liegt bei 15 Jahren, in Gefangenschaft bis zu 30 Jahren. „Das liegt daran, dass wir die Tiere bei Verletzungen und Krankheit medizinisch versorgen“, so Newe.  

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen