Schnee und seine folgen : Schnee hat Schwansen fest im Griff

Mit vier Räumfahrzeugen war die Straßenmeisterei gestern im Raum Schwansen unterwegs. Hier an der Abfahrt der B  203 nach Loose.
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Mit vier Räumfahrzeugen war die Straßenmeisterei gestern im Raum Schwansen unterwegs. Hier an der Abfahrt der B 203 nach Loose.

Heftiger Schneefall sorgte auf der Halbinsel Schwansen für spiegelglatte Straßen. In Waabs landete ein Schulbus im Graben, eine Schülerin erlitt leichte Verletzungen.

shz.de von
30. Januar 2015, 06:42 Uhr

Der Schnee hatte die Straßen auf der Halbinsel gestern fest im Griff. Heftiger Schneefall gepaart mit Windböen machten vor allem den Verkehrsteilnehmern schwer zu schaffen. So waren die Autofahrer auf der B  203 gezwungen, teilweise nur mit 30 bis 40 Stundenkilometer unterwegs zu sein. Besonders der Streckenabschnitt zwischen Loose und Eckernförde war teilweise spiegelglatt. Eisplatten auf der Straße brachten so manchen Wagen ins Schlingern.

In Waabs verunglückte kurz vor 12 Uhr mittags ein Schulbus auf der Landesstraße 26. Der 56 Jahre alte Busfahrer war nach Auskunft der Polizei mit acht Schülern auf der L 26 Richtung Vogelsang-Grünholz unterwegs. Aufgrund des starken Schneefalls kam er ins Schlingern, geriet rechts von der Fahrbahn ab und rutschte in den Straßengraben. Eine achtjährige Schülerin verletzte sich nach Angaben der Polizei leicht am Kopf. Alle anderen Schüler blieben unverletzt. Der Bus musste von einem Abschleppunternehmen aus dem Graben geborgen werden. Durch die Bergungsarbeiten war die L  26 war zum Teil nur einseitig befahrbar und musste für etwa 45 Minuten voll gesperrt werden. Gegen 14.45 Uhr war die Straße wieder frei. Nach Auskunft der Polizei entstand ein am Bus ein Sachschaden von etwa 6000 Euro.

Ansonsten kam es nach Auskunft der Polizeitstationen Damp und Rieseby zu keinen nennenswerten Unfällen. Die Autofahrer hätten sich sehr gut auf die Situation eingestellt, so die Polizei.

Besonders Lkw-Fahrer hatten mit dem Schnee zu kämpfen. Schlecht geräumte Auf- und Abfahrten an der Bundesstraße, die eine leichte Neigung aufwesien, brachten so manchen Lastwagen zum Stehen. So musste in Loose ein 40-Tonner über eine halbe Stunde warten, bis er seine Fahrt Richtung Schleswig fortsetzen konnte. Anwohner mit Schaufeln und privatem Räumgerät befreiten die Straße von den Schneemassen. „Hier im Kreis Rendsburg-Eckernförde wird ja nicht geräumt“, empörte sich ein Anwohner, „da muss man schon selbst zur Schaufel greifen.“

„Die Dorfstraße ist eine Kreisstraße und damit Kreisangelegenheit“, erläutert Gerd Feige, Bürgermeister in Loose, auf EZ-Nachfrage, „da haben wir überhaupt nichts mit zu tun.“ Die Gemeinde sei für die Räumung ihrer eigenen Straße zuständig. Seit 6 Uhr morgens sei der Gemeindearbeiter Hauke Lassen unterwegs. Zweieinhalb bis drei Stunden brauche er, um die Straßen in der Gemeinde einmal zu räumen. Angesichts des heftigen Schneefalls gestern kein leichtes Unterfangen, so Feige. Durch Autos zugeparkte Wege erschwerten häufig die Räumung. Käme dann Kritik der betroffenen Anwohner, weise er diese mit dem Hinweis auf die zugeparkte Stellen zurück.

Die Grundschüler in Karby freuten sich über den Schnee und bauten in den großen Pausen und nach Schulschluss Schneeburgen. „Schnee ist einfach toll“, sagten Luca (9 Jahre, dritte Klasse) und Leonie (10 Jahre, vierte Klasse). Ausgestattet mit Mütze, Handschuhe, Schneejacke und -hose machten ihnen das Wetter nichts aus. Für die Karbyer Dritt- und Viertklässler war es gestern nicht das erste Schneevergnügen auf dem Sportplatz der Schule. Bereits Ende der vergangenen Woche konnten sie mit dem Bau ihrer Iglus beginnen. Ob sie diesen auch heute noch fortsetzen können, hängt vom Wetter ab. Gisela von Ruhmohr, die das Fach Kunst in den Klassen unterrichtet, und Frauke Bruhn, Klassenlehrerin der dritten Klasse, können sich vorstellen, erneut eine Schneestunde zu geben: „Iglus zu bauen ist auch eine Form der Kunst“, so Gisela von Rumohr.

Während die Kinder sich freuten, ärgerten sich ihre Eltern über glatte Straßen. Bürgermeister Klaus-Dieter Möse rief die Bürger zu Gelassenheit auf. Auf Nachfrage der EZ teilte er mit, dass er selbst gegen 14.30 Uhr die Straße von Dörphof nach Karby, die eine Kreisstraße ist, abgefahren sei und keine Räummängel festgestellt habe. Hinsichtlich des Zeitpunkts der Schneeräumung bat er um Verständnis: Der Unternehmer sei für mehrere Gemeinden zuständig . Im Rahmen einer Lagebesprechung habe er den Lohnunternehmer gebeten, die Straßen noch einmal zu kontrollieren.

„Diese Masse an Schnee“ sei für die teilweise verzögerte Räumung der Straßen verantwortlich, erklärte der Leiter der Straßenmeisterei Eckernförde, Arno Sachau. Seit 4 Uhr morgens seien seine Mitarbeiter mit zwölf Fahrzeugen im Einsatz gewesen, davon vier im Raum Schwansen . Dabei haben Bundes- und Landstraßen Vorrang vor Kreisstraßen. Die pappige Beschaffenheit des Schnees habe teilweise zur sofortigen Vereisung auf der Straße zur Folge gehabt, wie teilweise auf der B    203 geschehen. Das sei auch für Räumfahrzeuge durch den andauernden Schneefall teils nur schwer zu handhaben gewesen. „Denn gestreut und geräumt wird überall gleich“, versicherte Sachau.

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