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Nördliches Gängeviertel : Schmuckstück mit Potenzial

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Stadtbildanalyse empfiehlt den Bau von Garagen für parkende Autos und den Ausbau der zentralen Grünfläche.

Eckernförde | Es ist eine Bestandsaufnahme der vorhandenen baulichen Gegebenheiten mit Handlungsempfehlung – die Stadtbildanalyse und Quartiersplanung betrachtet verschiedene Teilgebiete der Innenstadt unter den stets selben Aspekten: Städtebau, Denkmalpflege, Gestaltung, Nutzung und Grünflächen. Im Bauausschuss am Dienstagabend stellte Marie-Luise Zastrow vom Kieler Stadtplanungsbüro „Zastrow & Zastrow“ das Gebiet „Stadtzentrum – Nördliches Gängeviertel“ vor.

Das umschließt das Gebiet zwischen Kieler Straße im Westen und Förde im Osten sowie Ottestraße im Norden und Schnittersgang im Süden. Das Viertel habe eine bedeutende Lage als Altstadtzentrum mit gut erhaltener historischer Parzellenstruktur. Die diffuse Bebauung zeichne sich durch Häuser in unterschiedlichen Höhen und Fenstergrößen aus, die in einigen Neubauten aufgenommen wurde. Bei einer Reihe der vielen historischen Gebäude werde zurzeit geprüft, ob sie unter Denkmalschutz gestellt werden. Viele Detailausbildungen ergeben ein lebendiges Stadtbild – typisch für die Eckernförder Altstadt. Die Bestandsaufnahme ergab, dass 67 Prozent der Gebäude mit roten Dachziegeln eingedeckt sind, die Hälfte hat rote Ziegelfas-saden, ein Viertel ein meist hell geschlemmtes Mauerwerk.

Die ehemalige gemischte Nutzung aus Wohnen und Arbeiten „entmischt sich zunehmend“, so Marie-Luise Zastrow. In der Kieler Straße habe die Wohnnutzung an Attraktivität verloren „Zunehmend werden in historischen Gebäuden auch die oberen Etagen für Dienstleistungen, Büros und Praxen genutzt. In der Altstadt dagegen dominiere das Wohnen, wobei es dem Tourismus zuträglich wäre, wenn sich hier in den Hinterhöfen einige Galerien oder Cafés etablieren würden.

Als positiv sah sie die angemessene Verkehrsregelung mit Einbahnstraßen angesichts der städtebaulichen Dichte an, kritisierte aber auch die fehlenden direkten Anbindungen zur Promenade – außer in Höhe Töpfergang. Sie sollten auf Dauer wieder geschaffen werden. Das Hauptproblem sei die Unterbringung der wohnungsnahen Stellplätze. Das Parken in den engen Straßen schade der Altstadtatmosphäre und der Aufenthaltsqualität. Die Autos verhinderten den freien Blick auf die Hausfassaden. Dort, wo Gebäude zugunsten von Stellplatzanlagen abgerissen wurden, seien heute großräumige Lücken in der Struktur entstanden, die nach Möglichkeit wieder zu schließen seien.

Zum Beispiel mit großen Garagen, in deren oberen Geschossen Wohnnutzung möglich wäre. Dann könnte auch die zentrale Grünfläche in der Gudewerdtstraße zu einem Nachbarschaftstreff für Kommunikation und Spiel werden. Bislang wirke sie leblos ohne Aufenthaltsqualität. Sie lobte die Anwohner für die Begrünungen ihrer Hausfassaden und den Erhalt der Atmosphäre in den Altstadtgängen, appellierte aber gleichzeitig an die Hauseigentümer, historische Gebäude zu erhalten.

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erstellt am 17.Mai.2017 | 06:10 Uhr

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