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750 Jahre Sieseby : Schmuckkästchen feiert Jubiläum

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Festprogramm zur 750-Jahrfeier von Sieseby beginnt Sonntag mit Festgottesdienst / Programm bis September

von
erstellt am 09.Jun.2017 | 06:31 Uhr

Thuby | Lange zurück reichen die Wurzeln von Sieseby. In einer Urkunde aus dem Jahr 1267 wird der Ort am Ufer der Schlei erstmals gemeinsam mit der Ortsbezeichnung Ingerby erwähnt. In diesem Jahr jährt sich dieses Datum zum 750. Mal. Ein Grund zum Feiern, wie die Kirchengemeinde Sieseby und die politische Gemeinde Thumby finden. Auftakt zu den Feierlichkeiten ist am Sonntag mit einem Festgottesdienst in der Siesebyer Kirche. Diesen wird der Bischof für Schleswig und Lübeck, Gotthard Magaard, halten. Im Anschluss wird es rund um die Kirche ein buntes Programm geben. Unter anderem wird ein Lebensgarten eröffnet.

Seit rund einem Jahr trifft sich ein achtköpfiger Kreis mit Vertretern aus Kirchengemeinde, Ehrenamt und Gemeinde, um das Jubiläum vorzubereiten. Dabei legen Pastorin Kirsten Erichsen, Bürgermeisterin Ulrike von Bargen und Annemarie Rogge als Sprecherin der Gruppe Wert darauf, dass alle Bürger einen Grund zum Feiern haben. Denn nicht nur Sieseby hat mit 750 Jahren ein Jubiläum, auch die Ortsteile Bienebek, Börentwedt, Grünholz, Hümark und Sensby blicken dieses Jahr auf ein 555-jähriges Bestehen zurück. „Wir haben uns bemüht, für alle etwas auf die Beine zu stellen“, sagt Annemarie Rogge. Sie wollen möglichst viele Bürger „ins Boot bekommen“. Anstatt eine ganze Festwoche zu veranstalten, war recht schnell klar, dass das Jubiläum über mehrere Monate verteilt werden soll, erklärt von Bargen. Dem stimmt Pastorin Kirsten Erichsen zu und ergänzt, dass man so vielleicht mehr und verschiedene Besucher erreicht.

Der Blick in die Geschichte Siesebys ist spannend und beginnt bei den Spuren der Urschwansener, die man in der Nähe Kosels aus der Zeit etwa 10  000 v. Christus fand. In Thumby gibt es mit Hünengräbern aus der Zeit von 8000 bis 50 v. Christus Hinweise auf eine Steinzeitbesiedlung, beispielsweise in Bienebek. Es folgten jütische Einwanderer, auf die die Wikinger folgten. Spuren ihrer Besiedlung fand man 1965 in Bienebek bei Ausgrabungen. Lange gehörte der Landstrich zu Dänemark. 1288 ging das Gebiet an die holsteinischen Grafen zunächst als Pfand, dann in das Eigentum über. Verstärkt wanderten Sachsen ein. Zugleich wurde der holsteinische Adel sesshaft sowie auch die freien Bauern. Bis heute sind folgende Güter Teil der Kirchengemeinde Sieseby: Bienebek, Krieseby, Maasleben, Damp, Grünholz, Büchenau, Marienhof und Staun. Ab 1460, mit dem Vertrag von Ripen, sichert der dänische König die Einheit der Herzogtümer Holstein und Schleswig zu. Seit dem 16. Jahrhundert herrschen der dänische König, mit Sitz in Kopenhagen, und der Herzog von Schleswig-Holstein, mit Sitz in Schleswig, im Schloss Gottorf über die Herzogtümer. 1848 kam es zur Erhebung der Herzogtümer. Im Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 fallen die Herzogtümer im Frieden von Wien an Preußen und Österreich. Bereits 1866 wurden die Güterdistrikte in Schwansen und dem Dänischen Wohld zur Eckernförder Harde zusammengelegt. Ab 1867 wurden beide Herzogtümer preußisch. Am 24. Mai 1876 wurde die politische Gemeinde Thumby gegründet. Das Gut Bienebek und mit ihm ein Großteil des Siesebyer Unterdorfes gelangten in den Besitz des Herzogs zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg.

Im Jahr 1928 wurden die bis dahin selbstständigen Gutsbezirke nach Thumby eingemeindet. Dies ist unter anderem auch das Dorf Sieseby. Ab 1948 wurde Thumby über das Amt Mittelschwansen verwaltet. Im Januar 1968 wurde es Teil des Amtes Schwansen. Seit 2008 gehört die Gemeinde zum Amt Schlei-Ostsee. In Sieseby gab es seit dem 17 Jahrhundert eine Schule, sie endete 1967, die Gemeinde gehörte fortan zum Schulbezirk Holzdorf. In Sieseby gibt es zwei Gasthäuser, die ihre Wurzeln im 19. Jahrhundert haben.

Einschneidend für die Entwicklung des Ortsteils war der Erlass für ein Flächendenkmal für das Unterdorf Sieseby im Jahr 2000. „Seit dem Erlass als Flächendenkmal ist die bauliche Entwicklung zum Stillstand gekommen“, stellt Bürgermeisterin von Bargen fest. Sehr gerne würde sie den Ort weiter entwickeln und Baugrund ausweisen.

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