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TIPPS FÜR GARTENBESITZER : Schmetterlinge: Jeder kann helfen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Schmetterlingsexperte Marx Harder gibt Tipps zum Schutz und Erhalt der Falter im heimischen Garten. 81 Interessierte besuchten am Dienstag den Vortrag beim Nabu-Ortsverband Eckernförde.

Eckernförde | Schmetterling ist nicht gleich Schmetterling. Jede Art, vom gelben Zitronenfalter bis zum fast ausgestorbenen Lungenenzian-Ameisen-bläuling, hat ganz bestimmte Anforderungen an ihre Umgebung. Diese Erkenntnis vermittelte Marx Harder vom Biohof Schoolbek in Kosel bei seinem Vortrag am Dienstagabend auf Einladung des Nabu-Ortsverbands in der Bürgerbegegnungsstätte. 81 Besucher interessierten sich für das Thema „Seltene Schmetterlinge in Schleswig-Holstein“.

Durch die intensive landwirtschaftliche Flächennutzung in Schleswig-Holstein wurde viel Lebensraum für Schmetterlinge zerstört. Vor allem Arten, die ihren Lebensraum am Waldrand haben, sind stark bedroht. „Es gibt kaum noch blütenreiche Flächen hier“, bedauerte Harder. Das sei aber für viele Arten ein wichtiger Lebensraum. Insgesamt seien von 82 Arten 80 Prozent bedroht oder ausgestorben. „Das ist traurig. Aber jeder Gartenbesitzer kann helfen“, so Harder. Schon auf wenigen Quadratmetern könne man einen Lebensraum für die Tagfalter einrichten.

Dabei gehe es nicht darum, irgendwelche Blumen zu pflanzen: „Jeder Schmetterling favorisiert bestimmte Pflanzen.“ Dazu gehören Gewächse, die vom Gartenbesitzer als Unkraut angesehen werden, wie zum Beispiel die Knoblauchsrauke. Außerdem sind Fenchel und Dill beliebte Tummelplätze für die Flatterkünstler. Mit Schafgarbe, Weißklee, Margerite, Blutweiderich, Wiesenflockenblumen, Hornklee und wilden Möhren kann es sogar sein, dass sich ganze Populationen im Garten niederlassen. Diese Gewächse werden vor allem von den 18 noch nicht als gefährdet eingestuften Arten bevorzugt. „Jedoch sind auch diese in ihrer Population rückläufig“, so Harder. Aber auch mit weniger Aufwand kann man den Tieren helfen: „Man könnte im heimischen Garten zum Beispiel nur Wege mähen, und nicht gleich die ganze Fläche“.

Grundsätzlich sollten sich Gartenbesitzer aber nicht nur um die Schmetterlinge, sondern auch um die Raupen kümmern. Dazu gehört, auf Dünger zu verzichten, weil dieser den Raupen schade. Außerdem fühlen sich viele Raupen an „Faulbäumen“ wohl.

Marx Harder lobte das Ostseebad. In ganz Schleswig-Holstein sei Eckernförde die schmetterlingsfreundlichste Stadt. Dazu passt auch die Aktion des Nabu-Ortsverbands, der Tütchen mit Samen der beliebtesten Schmetterlingspflanzen an Gartenbesitzer verkauft. Und die Gründung einer Arbeitsgruppe durch Marx Harder, die sich mit dem Schutz der Schmetterlinge befasst.



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