Surfen : Schliemann ist Juniorenweltmeisterin

Ann-Christin Schliemann setzte sich in Spanien gegen die Jungs und das Wetter durch.
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Ann-Christin Schliemann setzte sich in Spanien gegen die Jungs und das Wetter durch.

Die Surfer mussten sich bei der Weltmeisterschaft an der Costa Brava mit schwierigen Witterungsbedingungen auseinander setzen. Ann-Christin Schliemann stellte den siebenten WM-Pokal in den Familienschrank.

shz.de von
26. Juni 2014, 06:00 Uhr

Der Tramontana blies. Mit aller Kraft fegte der Wind aus den Pyrenäen über den Küstenort Roses an der Costa Brava und ließ das Wasser im Hafen zu Schaum werden. Zwei Tage vor Beginn der Junioren- und Masters-Weltmeisterschaft der Surfer zeigte sich das Wetter von seiner ungnädigen Seite.

Während die Mastersklasse (Teilnehmer älter als 35 Jahre) begeistert auf die Windfahnen schaute, waren die Junioren der Altersgruppe 12 bis 19 Jahre doch leicht geschockt, denn der Tramontana wehte auch noch ablandig. So verringerte sich die Zahl der Anmeldungen von den zuerst erwarteten 120 Teilnehmern auf weniger als 90 – vor allem die Surferinnen aus Spanien und Frankreich blieben aus.

Am Wettkampftag war es dann vorbei mit dem Wind, die Temperaturen dagegen stiegen rapide an. Ann-Christin Schliemann blieb neben einer Surferin bei den Masters einzige Juniorin der U17 und wurde so bei den Jungen eingruppiert. Hier wurden die Altersklassen U12 bis U 20 gemeinsam in die Rennen geschickt. Im Slalom Es wurden Gruppen von acht bis zehn Surfern gebildet, die den etwa 3000 Meter langen Kurs mit vier Halsen durchfahren mussten. Die ersten 4 kamen dann in die nächste Runde, sofern sie ein Zeitliminit unterboten. Da die älteren mit größeren Segeln antraten, ging es für Schliemann nur um das rechtzeitige Erreichen der Ziellinie. Dies gelang ihr dann auch in der ersten Eliminationsrunde.

Am nächsten Tag herrschte nach Starkregen völlige Flaute. Das stundenlange Warten am Strand war umsonst. Tags darauf gab es am Nachmittag 20 kn Wind und Wellen. Jetzt machte sich das Training vor der Funstation am Hemmelmarker Ostseecamping bezahlt. Erneut unterbot Schliemann eine Wettfahrtrunde das Zeitlimit. Das Ziel einer gültigen Gesamtwertung und damit der Juniorentitel der Mädchen mit drei Läufen rückte in erreichbare Nähe. Doch auch bei den Masters und den Juniorengruppen stieg die Hektik und Anspannung, was zu zahllosen Fehlstarts, Rückrufen, Neustarts und Disqualifikationen führte.

Insbesondere in der dritten Wettfahrtrunde war Ann- Christin Schliemann vier Stunden und 20 Minuten auf dem Wasser. Trotzdem gelang es ihr dann noch, auch diesen Lauf im Zeitlimit zu beenden. Damit hatte sie drei Wertungen gegen die Jungen herausgefahren. Der Juniorenweltmeistertitel der Mädchen war ihr sicher. Bei der Siegerehrung wurde ihr das Mikrofon in die Hand gedrückt, sie sollte etwas zur Weltmeisterschaft sagen. „It was nice“, lautete ihr knapper Kommentar.

Bei den Schliemanns stehen nun sieben Weltmeisterpokale im Familienschrank – sechs davon hat ihr Bruder Oliver-Tom mit nach Hause gebracht.

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