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Schleswiger Volksbank schließt Filialen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Sechs Geschäftsstellen in der Region werden in Selbstbedienungs-Zweigstellen umgebaut

Schleswig | Dass es populärere Neuigkeiten gibt, wissen Karsten Petersen und Holger Siem selber. Dennoch mussten die beiden Vorstände der Schleswiger Volksbank bei der Vertreterversammlung des genossenschaftlichen Geldinstituts im Schleswiger Hotel „Waldschlösschen“ ihren rund 170 Gästen jetzt mitteilen, dass es erhebliche Veränderungen in ihrem Filialnetz geben wird. Bereits in den kommenden Wochen soll demnach aus sechs Geschäftsstellen – in Dörphof, Dörpstedt, Hohn, Norderstapel, Tolk und Steinbergkirche – das Personal abgezogen werden. Statt von Mitarbeitern direkt betreut zu werden, stehen den Kunden dort künftig nur noch Selbstbedienungs-Filialen mit Bankautomat, Kontoauszugsdrucker und Briefkästen für Überweisungen zur Verfügung.

„Wir haben in diesen Filialen immer weniger Frequenz. Inzwischen nutzt die Hälfte unserer Kunden das Online- oder Telefonbanking – Tendenz steigend“, sagt Petersen. Hinzu kämen das anhaltend niedrige Zinsniveau und die stetig steigenden regulatorischen Anforderungen. „Mit diesen Problemen hat die gesamte Bankenlandschaft zu kämpfen, und sie führen natürlich dazu, dass es Veränderungen gibt“, fügt Siem an. Dass Kunden in den betroffenen Dörfern nicht begeistert seien, verstehe man. „Aber wir bleiben vor Ort, und die nächste mitarbeiterbesetzte Geschäftsstelle ist in der Regel nicht weit weg“, sagt Siem.

Kündigungen soll es wegen der Umgestaltung des Filialnetzes indes nicht geben. Einige betroffene Mitarbeiter wechseln an andere Standorte, andere gehen ohnehin in den Ruhestand, erklärt Petersen, der gleichzeitig betont, dass die Schleswiger Volksbank, „trotz aller Schwierigkeiten, denen wir uns ausgesetzt sehen, auf ein gutes Jahr 2016 zurückblicken kann“.

Demnach ist die Bilanzsumme im Vergleich zum Vorjahr um 35 Millionen auf nun 695 Millionen Euro gestiegen (ein Plus von 5,3 Prozent). Das Wachstum wurde in erster Linie bei den Kundenkrediten erreicht: Hier gab es einen Anstieg um 26 Millionen auf jetzt 511 Millionen Euro. Dennoch ist der Jahresüberschuss der Volksbank leicht rückläufig und liegt bei rund einer Million Euro (2015 waren es 1,1 Millionen).

All das führt dazu, dass 14  652 Mitglieder der Genossenschaftsbank (255 mehr als 2015) eine Dividende von drei Prozent erhalten.

Von den 172 Mitarbeitern wurden indes drei Volksbank-Urgesteine in den Ruhestand verabschiedet: Uta Schröder (Gelting), Christel Wolfgram (Schleswig) und Peter von Hacht (Süderbrarup/Kropp) kommen gemeinsam auf über 120 Dienstjahre. Eine Veränderung gab es auch in der Besetzung des zehnköpfigen Aufsichtsrates. Johannes Jürgen Schwitzer, Landwirt aus Kropp, schied altersbedingt nach fast 37 Jahren aus dem Gremium aus. Für seinen Einsatz wurde er sowohl von der Schleswiger Volksbank als auch vom Genossenschaftsverband ausgezeichnet. Zum Nachfolger wurde Stefan Bies, ebenfalls Kropper Landwirt, gewählt.

Für weitere drei Jahre wurden die Aufsichtsratsmitglieder Matthias Johannssen (Busdorf) und Rudolf von Spreckelsen (Rieseby) in ihren Ämtern bestätigt.

 

 

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erstellt am 27.Jun.2017 | 06:34 Uhr

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