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Schlechter Boden in den Rabatten – Blumenversuche am Straßenrand

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 25.Okt.2013 | 00:33 Uhr

Das neue Pflegekonzept der Stadtgärtnerei war Gegenstand im Umweltausschuss am Mittwochabend – mehr zur Information der neuen Mitglieder, denn als Diskussionsgegenstand. „Eines gleich vorweg“, stellte Michael Packschies, Abteilungsleiter für Naturschutz und Landschaftsplanung der Stadt, zu Beginn fest. „Was in diesem Jahr in einigen städtischen Beeten festgestellt wurde, war nicht die Umsetzung des ökologischen Pflegekonzeptes.“ Gemeint war das viele Unkraut in den Blumenbeeten. „Das war der Witterung geschuldet. Das muss man ganz klar trennen.“

Was es mit dem ökologischen Konzept auf sich hat, erklärte Sylvia Bendt, seit zwei Jahren Leiterin der Stadtgärtnerei. Wesentlicher Bestandteil ist das Aufgeben von Anpflanzungen, die nicht mehr ansehnlich sind und im Stadtbild keine Rolle mehr spielen. Ein Beispiel ist eine verwachsene und ausgedünnte Hecke Am Exer, die herausgerissen wurde, und an deren Stelle Rasen gesät wurde.

In der Wilhelm-Lehmann-Straße dagegen sind seit Jahren vernachlässigte Gebiete, in denen Bäume und Sträucher mit ihren Ausläufern ganze Rasenflächen zu Urwäldern gemacht haben, wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt worden.

Eine besondere Herausforderung ist die zwei Kilometer lange Ortseinfahrt an der B 76 im Süden der Stadt. Eine Bodenanalyse der Beete hat für Ernüchterung gesorgt. Sylvia Bendt: „Viele Pflanzen tun sich dort sehr schwer und werden sich auf Dauer nicht etablieren.“ Hinzu kommen Spritzwasser und Streusalz im Winter, die ebenfalls nicht alle Pflanzen vertragen, wodurch sich Lücken in den Beeten gebildet haben. „Wir haben Sommerblumensaat in die Lücken gestreut“, so Bendt. Diese Pflanzen blühen bis zum ersten Frost, während sich der Boden erholen kann. Diese Versuchsflächen werden genutzt, um festzustellen, welche Pflanzen sich dort behaupten. „Aber das geht nicht so schnell, wie es sich der Gärtner wünscht. Zwei bis fünf Jahre kann das dauern.“

Alle Blumen im Stadtgebiet, die nicht mehr so gut im Flor stehen, gleichzeitig gegen neue auszutauschen, ginge aus Kosten- und Personalgründen nicht. Man müsse mit naturnahen Lösungen arbeiten, womit kein Wildkraut gemeint sei.

Eine Lösung schlug Michael Packschies vor: Anwohner könnten sich ehrenamtlich um öffentliche Blumenbeete oder Baumscheiben vor ihrer Haustür kümmern. „Vielleicht gibt es ganze Straßen, die sich als Gemeinschaft auf diese Weise präsentieren möchten.“ Das ginge allerdings nur in ruhigen Verkehrsbereichen, nicht an einer Bundesstraße.

Für die Anpflanzungen am Ostsee Info-Center und an der Strandpromenade zeichnet Landschaftsarchitekt Rüdiger Ziegler verantwortlich. Er hat die Saat von heimischen Pflanzen verteilt – mit Erfolg.

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