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Verkehrslärm : Schlechte Aussichten für die Anwohner der B76

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Anwohner der B76 beklagen den Verkehrslärm vor ihrer Haustür. Im Umweltausschuss gab die Verwaltung eine Übersicht über die Möglichkeiten des Eingreifens. Ergebnis: Nur wenige Maßnahmen zur Minderung des Verkehrslärms sind möglich.

Tempo 30, Maut-Pflicht, Verbot für Schwerlastverkehr – Was kann die Stadt tun, um die vom Verkehrslärm geplagten Anwohner der B76 zu entlasten? Diese Frage nahm den größten Teil des Umweltausschusses am Mittwochabend ein. Amtsleiter und Bürgermeister erläuterten die Situation und konnten nicht viel Hoffnung machen.

Der Bürgermeister ist als Straßenverkehrsbehörde nur für einen Teilbereich der B76 zuständig, und zwar für das Stück zwischen Lornsenplatz und Hotel Seegarten. „Das bezieht sich aber nur auf die Unterhaltungspflicht der Fahrbahn“, erklärte der Leiter des Ordnungsamtes Klaus Kaschke. „Für die Überwachung sind Kreis und Polizei zuständig.“ Dazu gehört auch das Aufstellen von Blitzgeräten.

Das Teilstück zwischen Seegarten und Ortsausgang in Richtung Kiel unterliegt dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr in Rendsburg. Diese hat allerdings auch bei städtischen Maßnahmen als übergeordnete Fachbehörde zuzustimmen. Die von Anliegern vorgeschlagenen Maßnahmen im Einzelnen:

❍Tempo 30: Auf Hauptverkehrsstraßen ist eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h festgelegt. Wenn allerdings die Verkehrssicherheit gefährdet ist, könnte eine Reduzierung erfolgen. Laut Polizei ist das Unfallgeschehen auf der B76 aber nicht als auffällig zu bewerten. Einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h stimmt der Landesbetrieb als übergeordnete Behörde nicht zu. Auch zu baulichen Maßnahmen sieht er keine Veranlassung.

❍Fest installierte Blitzgeräte: Sie können nur an Unfallpunkten zum Einsatz kommen, was an der B76 nicht der Fall ist. Zudem fahren dort laut Polizei weniger Leute zu schnell als im Durchschnitt. Ein Geschwindigkeitsanzeiger dagegen könne durch die Stadt aufgestellt werden. An der südlichen B76 aber nur in Rücksprache mit dem Landesbetrieb.

❍Verbot von LKW: Bundesstraßen sind dazu bestimmt, überörtlichen Verkehr und damit auch Lastwagen aufzunehmen. Das Verkehrsaufkommen auf der B76 rechtfertigt laut Landesbetrieb kein Verbot für LKW. Der derzeit auftretende Schwerlastverkehr wegen der Sperrung der Rader Hochbrücke ist ein zeitlich begrenzter Extremfall.

❍Mautpflicht: Über eine Mautpflicht müsste das Bundesverkehrsministerium entscheiden, der Bundesrat müsste zustimmen. Doch der Landesbetrieb sieht keinen Grund zur Beantragung. Die Verkehrszahlen zeigten keinen Ansteig des LKW-Verkehrs. Die B76 lade zudem wegen ihres von der Autobahn abgesetzten Straßenverlaufs und die vielen Ortschaften, die durchfahren werden müssen, nicht dazu ein, ihr den Vorzug zur Autobahn zu geben.

„Welche Möglichkeiten haben wir also, um verbessernd einzugreifen?“, wollten die Ausschussmitglieder wissen. „Nur wenige“, lautete die Antwort von Bürgermeister Jörg Sibbel. Zum einen könnte ein Tempomessgerät zum Einsatz kommen, das zwar keine Temposünder blitzt, aber als erzieherische Maßnahme wirken kann und zudem die Geschwindigkeiten der Fahrzeuge erfasst. Zum zweiten könnte die Stadt auf eigene Kosten die Pflastersteine in der Berliner Straße gegen einen Asphaltbelag austauschen lassen. Drittens könnte die Fahrbahnbreite vielleicht durch einen bepflanzten Mittelstreifen reduziert werden in der Hoffnung, die Autofahrer dadurch zu langsameren Fahren zu bewegen.

 

 

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erstellt am 12.Sep.2013 | 19:42 Uhr

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