NEUE TECHNIK DURCH GRABENLOSES VERFAHREN : Schlauch in die Wasserleitung statt aufwändiger Erdarbeiten

In drei Meter Tiefe sorgen Maik Trommler und Olaf Szallies, dafür, dass alles „glatt“ geht und der Schlauch sauber ins Rohr läuft. Fotos: uha
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In drei Meter Tiefe sorgen Maik Trommler und Olaf Szallies, dafür, dass alles „glatt“ geht und der Schlauch sauber ins Rohr läuft. Fotos: uha

Die Stadtwerke verlegen einen 450 Meter langen Schlauch durch die vorhandene Wasserleitung im Feldweg. Dabei wird das Aufgraben der Straße überflüssig.

shz.de von
23. März 2017, 06:23 Uhr

Eckernförde | Mit 40 Zentimeter Durchmesser versorgt sie als Haupttransportleitung unter der Straße das Wasserwerk Nord am Ende der Feldweg-Siedlung und das schon seit Mitte der 1970er Jahre. Was keiner weiß ist, wie lange die PVC-Leitung, die immerhin mit 5,5 bar, das entspricht etwa 55 Meter Wassersäule, unter Druck steht, noch hält. „Es ist eine reine Präventivmaßnahme, dass wir das jetzt machen“, versichert Stadtwerkechef Dietmar Steffens. Anzeichen, dass die Leitung marode ist, gibt es bis jetzt noch nicht, jedoch wäre der Schaden beim Platzen der Leitung immens. Es sind etwa 450 Meter Strecke, die vom Eingang der Feldwegsiedlung bis zum Wasserwerk Nord zu überwinden sind.

Keine allzu große Herausforderung für die mit der Sanierung beauftragte Firma Primus Line aus dem süddeutschen Cham, die mit einem weltweit einzigartigen innovativen System das Aufgraben von ganzen Straßenzügen überflüssig werden lässt. Dabei wird ein sogenannter Inliner-Flachschlauch durch das vorhandene Rohr gezogen und im Anschluss einfach mit Luft aufgepumpt, um diesen zu entfalten. Dadurch bleibt der Schlauch auch formstabil. Sechs Millimeter in der Wandung stark und zwischen zwei Kunststofflagen mit Kevlar-Gewebe verstärkt, lässt sich der Flachschlauch relativ einfach in das alte Rohr einbringen. „Durch die flache Form hat der Rohling nur wenig Reibung“, versichert Bauleiter Wolfgang Felbinger, auch lassen sich dadurch Bögen bis zu 45 Grad problemlos überwinden. Etwa eineinhalb Stunden wird es dauern, bis die Winde beim Wasserwerk mit bis zu einer Tonne Zugkraft den „Inliner“ durchgezogen hat.

Insgesamt sechs Wochen Bauzeit stehen an, ein deutlicher Zeitgewinn gegenüber der offenen Bauweise, die auch mit erheblicher Verkehrsbehinderungen einhergegangen wäre. Für die Anwohner des zu versorgenden Bereichs gibt es übrigens keinerlei Beeinträchtigung, weil das Werk Nord wie bei einer Ringleitung über den rückwärtigen Bereich versorgt wird.

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