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Gold für „Ecksen Eckspress“ : Schinderei hat sich gelohnt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

135 Kilometer: Paddelcrew aus Groß Wittensee nahm als eines von rund 950 Booten am Wesermarathon teil

Als Jörg Oppor und seine fünf Crewmitglieder nach rund elf Stunden aus dem Boot stiegen, da wussten sie, was sie getan hatten. 135 Kilometer lagen hinter ihnen, 135 Kilometer auf der Weser, die das Team vom Ecksen Eckspress mit einem Durchschnittsalter von 54 Jahren gemeistert hat. Zum ersten Mal nahm die Crew an dem Wesermarathon teil und holte sich gleich die Goldmedaille. Bei dem Wettbewerb geht es nicht um Zeit und es wird keine Unterscheidung nach Alter und Geschlecht vorgenommen. Für die Bewältigung eines der drei möglichen Ziele – 53 Kilometer, 80 Kilometer oder 135 Kilometer werden die Teams mit Bronze-, Silber- oder Goldmedaillen ausgezeichnet. Die längste Strecke trauen sich die wenigsten Kanuten zu – der Ecksen-Eckspress war aber dabei.

13,5 Meter lang ist das hochseetaugliche Boot mit einem seitlichen Ausleger zur Stabilisierung (Outtrigger). Mit an Bord waren neben Jörg Oppor noch Nils Peisch, Michael Wengler, Thomas Kubisch, Thomas Scholz und Heiko Sielski.

Mehr als 1750 Wassersportler aller Art in 950 Booten und Kanus nahmen teil. „Mit dabei nur zwei Sechser Ausleger-Boote“, bedauerte der Groß Wittenseer Jörg Oppor. Morgens um 5.30 Uhr wurden die Boote beim Hannoversch-Mündener Kanu-Club ins Wasser gesetzt. Gestartet wurde an der Schleuse, wo sich Fulda mit der Werra zur Weser vereinigen. Um 6.12 Uhr nach der Schleusung ging es dann los. „Der erste Abschnitt bis Beverungen war 53 Kilometer lang und führte uns zunächst durch dichten Nebel“, berichtet Oppor. „Da wir schnell vorankamen gab es keine Überholer, nur wir mussten bei Überholmanövern aufpassen, da laufend Boote nebeneinander auftauchten, die irgendwo an der Weser ihr Boot zu Wasser gelassen hatten und von dort aus ihre Langstrecke aufnahmen.“ Beim ersten Zwischenstopp in Beverungen konnten sich die Crewmitglieder stärken. „Im Schnitt fuhren wir 13,5 Stundenkilometer auf der ersten Teilstrecke, ein Hammer“, betonte Steuermann Oppor.

Die zweite Teilstrecke ging über knapp 60 Kilometer nach Bodenwerder. „Die Verhältnisse änderten sich, der Nebel wich, die Sonne kam und der Gegenwind, teils mit drei bis vier Windstärken“, so Oppor. Zudem maßen sich mehrere Vierer mit Steuermann mit dem Ecksen Eckspress, da sie so ein Boot noch nicht gesehen hatten und sich über die Geschwindigkeit wunderten.

„Unser Schnitt in der zweiten Etappe war gesunken auf etwa 12,2 km/h, was aber angesichts des Gegenwindes und einer Ruhephase immer noch gut war“. Nach mittlerweile 111 Kilometern forderte die Anstrengung ihren Tribut, alles tat weh, das Aussteigen war beschwerlich. „Was uns antrieb, wieder einzusteigen war, nur noch 23 Kilometer vor sich zu haben.“ Die Fahrt ins Ziel sei ein irres Erlebnis für alle gewesen. 135 Kilometer in 10:52:30 Stunden gepaddelter Zeit, was einen Gesamtschnitt von 12,4 km/h bedeutet.

Der Ecksen-Eckspress vom Freiherr-vom-Stein-Yacht-Club, der regelmäßig auf dem Wittensee trainiert, hat für jeden Wesermarathon-Kilometer 1 Euro der Opportunity International Deutschland, einer gemeinnützigen Stiftung gewidmet, also 135 Euro. Damit wollen wir die Verbundenheit gegenüber benachteiligten Menschen auf unserem gemeinsamen Boot – der Erde – ausdrücken“, so Jörg Oppor. 



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erstellt am 12.Mai.2017 | 06:50 Uhr

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