Orgelschaden : Schimmel legt Orgel lahm

Aus dem Jahr 1880 stammt die Marcussen-Orgel in der St.-Petri-Kirche. Sie muss umfangreich gereinigt und repariert werden.
1 von 2
Aus dem Jahr 1880 stammt die Marcussen-Orgel in der St.-Petri-Kirche. Sie muss umfangreich gereinigt und repariert werden.

An der Marcussen-Orgel in der St.- Petri-Kirche in Rieseby ist Schimmelbefall festgestellt worden. Die Ausschreibung der Reinigungs- und Sanierungsarbeiten samt Generalstimmung ergab rund 15 000 Euro Kosten. Jetzt hofft die Kirchengemeinde auf Spenden.

von
21. November 2013, 06:00 Uhr

Schimmelbildung in fortgeschrittenem Umfang wurde in und an der Orgel in der Riesebyer St. Petri-Kirche entdeckt. Weiße Flocken, der Geruch und andere typische Schimmelhinweise wurden festgestellt, sagte Pastor Jörg-Michael Schmidt. An einer Reinigung und Überarbeitung der aus dem Jahr 1880 stammenden Marcussen-Orgel gehe kein Weg vorbei, so Schmidt.

In enger Absprache mit Michael Mages, Kirchenmusikdirektor und Orgelbausachverständiger der evangelischen Nordkirche, wurde bereits ein Leistungsverzeichnis erstellt, und die Arbeiten ausgeschrieben.

Derzeit werden die Angebote überprüft, bevor der Zuschlag erteilt wird. Der Umfang der Arbeiten sei recht groß, so Schmidt, der mit Kosten von rund 15 000 Euro rechnet. So müssen sämtliche Pfeifen demontiert werden und die Halterungen gereinigt werden. Defekte Pfeifen werden ausgetauscht, kaputte Windladen erneuert. Zudem werden sämtliche Oberflächen gereinigt und die Mechanik überprüft. Den Abschluss der Arbeiten wird eine Generalstimmung bilden.

Finanzieren kann die Gemeinde das Vorhaben aus ihrem Haushalt nicht. Das übersteige den Haushaltsrahmen bei Weitem. Daher plant die Kirchengemeinde verschiedene Aktionen, um so Geld und Unterstützung für die Arbeiten zu bekommen. Auf die Tagesordnung setzen wird Schmidt das Vorhaben auch bei der Mitgliederversammlung des Fördervereins St.-Petri-Kirche. Der Verein habe in den Vorjahren bereits sehr viel für den Erhalt der Kirche getan, er werde vermutlich auch jetzt wieder aktiv werden. Die Arbeiten sollen möglichst in 2014 erledigt werden. Idealerweise, so Schmidt, sollen sie vor Ostern, spätestens vor den Konfirmationen abgeschlossen sein. Gottesdienste werden parallel zu den Arbeiten stattfinden können. Die musikalische Begleitung wird in der Renovierungszeit auf einem fahrbaren Klavier erfolgen. Die Sitzplätze auf der Empore in nächster Nähe zu dem Instrument werden bis auf Weiteres nicht benutzt. „Ich habe Sorge, dass jemand den Sporen ausgesetzt ist“, so Schmidt. Denn selbst, wenn kein Schimmel zu sehen sei, die Sporen der Pilze seien dennoch aktiv.

Hinweise auf den starken Schimmelbefall hatte es bislang nicht gegeben, so Schmidt. Sicher sei aber, dass der Schimmel sich über einen langen Zeitraum eingestellt habe, so der Pastor. Es liege jedenfalls nicht an den neuen Schutzfenstern und der neuen Lüftungssituation.

Abgeschlossen für dieses Jahr ist der Einbau einer Schutzverglasung vor den Kirchenfenstern. In diesem Jahr waren drei kleine Fenster im Chorraum der Kirche sowie ein Fenster an der Nordseite der Empore mit der Schutzverglasung versehen worden. Wie bereits bei den großen Kirchenfenstern an der Südseite, war erneut die Firma Hein Derix aus Kevelaer im Einsatz. An den Kosten von rund 8200 Euro beteiligten sich das Landesamt für Denkmalschutz und die evangelische Nordkirche jeweils mit 2500 Euro. „Die neuen Fenster haben sich schon bewährt“, sagte Schmidt. Er geht davon aus, dass die alten Fenster ohne von außen davor installierte Schutzverglasung und die neue Bewährungen beim Orkan Christian eingedrückt worden wären. Jetzt hatten sie alle gehalten. Ohne Priorität sind zwei weitere Fenster auf der Kirchennordseite. Ihr Zustand verlangt kein sofortiges Handeln.

Hinsichtlich der Funktionalität der neuen Fenster habe man jetzt etwas experimentiert, so Schmidt. Die Rinne, in die das an der Innenseite der Außenscheibe ablaufende Kondenswasser hineintropft, wurde jetzt um eine Kiesfüllung ergänzt. Das Kondensat läuft hindurch zu einem neuen Ablaufrohr nach außen, erläuterte Schmidt. Man werden den Nutzen nun ein Jahr lang beobachten, und gegebenenfalls die anderen Fenster nachrüsten.

Grundsätzlich sei festzustellen, dass sich die Luftzirkulation und die Klimatisierung des Raumes verändert haben, sie stelle sich jetzt ganz langsam ein. Und auch das Heizverhalten müsse erst angepasst werden.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen