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Schmetterlingsschau im Gettorfer Tierpark : Schillernde Falter lieben es feucht

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Schmetterlingsschau in der Vogelparadieshalle des Tierparks Gettorf geht noch bis zum 3. Oktober / Jede Woche kommt Zuwachs

Gettorf | Anmutig gleiten sie umher, saugen Nektar aus Blüten und den Saft aus überreifen Orangen, Bananen, Kiwis oder Kakis, die in Schalen bereit stehen. Hunderte Schmetterlinge, überwiegend tropische Arten, bewohnen zurzeit die tropisch feucht-warme Vogelparadieshalle im Gettorfer Tierpark. Stündlich schlüpfen neue. Nach dem großen Erfolg der vergangenen Jahre zeigt der Gettorfer Tierpark zum dritten Mal lebende Schmetterlinge. Schautafeln informieren über die Namen und Lebensweisen der zahlreichen Falter.

Das Thermometer zeigt 27,8 Grad Celsius, das Hygrometer 72 Prozent Luftfeuchtigkeit. „Es darf auch gerne noch feuchter sein“, erklärt Tierparkbiologin Dr. Gabriele Ismer bei einem Rundgang durch die Vogelparadieshalle. „Wir bemühen uns, die Temperatur zwischen 25 und 30 Grad Celsius, die Luftfeuchtigkeit bei 80 bis 90 Prozent zu halten.“ Die Feuchtigkeit ist wichtig für die Puppen, die Wärme für die fertigen Schmetterlinge, deren Lebensdauer etwa zwischen fünf Tagen und vier Wochen liegt.

Ende Juni wurde die Schau mit 400 Puppen, die von Schmetterlingsfarmen in England und Costa Rica stammen, eröffnet. Jede Woche kommen 150 neue Puppen hinzu. Sie werden in dem so genannten Puppenhaus aufgehängt. Die Falter bleiben in ihren Puppenhöhlen, bis sie ihre Flügel ausgebreitet haben. Dr. Gabriele Ismer freut sich, im Puppenhaus zeigen zu können, wie das vor sich geht.

Gerade will ein Falter schlüpfen. Gegen Ende der Puppenzeit bewegt er sich, die Puppe platzt auf, der Falter zieht den Körper aus der Hülle, klammert sich mit den Beinen außen fest und pumpt die noch schlaff herunterhängenden Flügel auf. Das Blut muss in die noch leeren Adern fließen. Dann faltet er die Flügel zur vollen Größe aus, glättet sie und startet zu seinem ersten Flug. Nicht alle Falter schaffen das. Aber die, die es schaffen, entfalten ihre Flügel in leuchtend schillernden Farben. So wie der südamerikanische Blaue Morphofalter oder Himmelsfalter (Morpho peleides), einer der prächtigsten Vertreter der Edelfalter, dessen Blau sich nicht durch Pigmente, sondern durch die Brechung des Lichts auf den Flügelschuppen entwickelt.

Oder der Tiger-Passionsfalter (Heliconius hecale) in Orange mit horizontalen schwarzen Bändern, der im tropischen Regenwald Mittelamerikas lebt. Als guter Flieger kann er weite Strecken zurücklegen und er verteidigt seine Blütenpflanzen vehement gegen andere Interessenten. „Die Falter sind einfach schön“, schwärmt die Tierparkbiologin. „Und es ist toll, dass wir den ganzen Lebenszyklus der Schmetterlinge zeigen können, von der Raupe über die Puppe bis zum fertigen Falter.“

Auch die Besucher zeigen sich verzaubert von den farbenprächtigen, zarten Wesen, die zu den Insekten gehören. Sie beobachten, staunen und fotografieren. Die Schmetterlingsschau im Gettorfer Tierpark ist noch bis zum Dienstag, 3. Oktober, im hinteren Teil der Vogelparadieshalle zu sehen. Sie ist täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

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