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Inselschutz : Schilfplacken soll Kieholm schützen

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Verein KISK hat eine Schilfinsel an der Westseite der Schlei-Insel Kieholm verankert, um damit die von starker Erosion bedrohte Insel zu sichern. Zugleich hofft der Verein auf den Erwerb der Insel.

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erstellt am 07.Jan.2014 | 06:00 Uhr

Einen weiteren Schritt zur möglichen Rettung der Insel Kieholm in der Schlei konnte der Verein Kleine Insel in der Schlei Kieholm (KISK) jetzt realisieren. Vereinssprecher Karl Walther aus Bohnert hatte mit seinem alten Fischerboot Lotte eine rund 200 Quadratmeter große Schilfinsel an die Westseite der Insel geschleppt und konnte sie dort am zweiten Weihnachtstag mit drei Trossen befestigen. „Das Schilf bringt auf der Hauptwindseite ganz viel Schutz für die Insel“, sagte er glücklich.

Auf der Schlei trieben immer wieder abgerissene Schilfplacken, mal größer mal kleiner, umher, die bei Stürmen und starkem Wellengang abgerissen werde, so Walther. Dieser Placken trieb wohl schon seit dem Frühjahr im Bereich zwischen der Königsburg und Hülsen. Zuletzt lag er im Bereich eines Anlegers an der Königsburg. Mehrmals hatte Walther im Vorjahr versucht die geschätzt 100 Tonnen schwere Schilfinsel mit seinem Boot abzuschleppen, aber sie lag fest. Am zweiten Weihnachtstag endlich war Hochwasser und der Schleppvorgang gelang. Rund eine Stunde dauerte der Transport. Mit drei Trossen befestigte Walther das Schilf an Kieholm, was nach Aussage von Walther in Absprache mit der UNB des Kreises Schleswig-Flensburg erfolgte. Nun hofft KISK, dass man die Schilfplatte beim nächsten Hochwasser noch etwas höher auf Land ziehen kann, um sie dann mit Pfahlankern zu befestigen. Zugleich hofft der Verein, dass das Schilf wurzelt und einen langfristigen Schutz der Insel bietet.

Parallel dazu will der Verein EU-Fördermittel für eine weitere Sicherung der Insel durch eine Grundschüttung von großen Steinen an der Westseite einwerben. Diese sollen auf die Insel zulaufende Wellen aus Westen ab einer Tiefe von rund 180 Zentimeter bremsen und ihre Energie aufnehmen (wir berichteten). Außerdem wäre es dem Verein lieb, die Insel, die zurzeit noch einem Privatmann gehört, zu erwerben, dieses im Idealfall unter Beteiligung der Gemeinden Kosel und Ulsnis. „Das wäre auch eine Brücke über die Schlei“, sagte Walther, der sich sehr über die neuen Möglichkeiten freut. Verhandlungen über den Erwerb der etwa 3900 Quadratmeter großen Insel liefen schon, Details könne er noch nicht sagen.

Sollten die Gemeinden nicht mit ins Boot steigen, dann werde KISK sich um weitere Möglichkeiten kümmern. Und wenn das ganze Vorhaben nicht gelingt, sei das auch in Ordnung, „mit dem Kopf durch die Wand will ich nicht.“ Unabhängig davon habe der Verein die Öffentlichkeit auf Veränderungen an der Schlei aufmerksam gemacht. Im Jahr 2100 werde es durch den Klimawandel und den Anstieg des Meeresspiegels sicher 100 neue Inseln in der Schlei geben, so Walthers Prognose. Wer den Verein unterstützen möchte findet Infos auf www.rettetkieholm.org/uber/. Besonders freuen würden sich Walther und die KISK-Mitglieder über die Meldung weiterer Schilfinseln, die ebenfalls zum Inselschutz abgeschleppt werden könnten.

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