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Eckernförder Zeitung

18. August 2017 | 11:30 Uhr

Schickes Schiff und vollmundige Worte

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Bonner Phönix-Reederei war auf Shoppingtour und hat sich das „ZDF-Traumschiff“ gesichert. Die MS Deutschland fährt in den nächsten Jahren unter der Phönix-Flagge. Das hat insofern Bedeutung für Eckernförde, weil Phönix bereits zwei Mal sein Kreuzfahrtschiff MS Albatros in die Eckernförder Bucht geschickt hat. Zwei Mal vollbesetzt mit 800 Passagieren, beim zweiten Törn war auch der frühere Bundesfinanzminister und gescheiterte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück an Bord. Er hat ja nun Zeit – und viel Geld aus seinen Beraterverträgen. Die gute Botschaft: Die Albatros kommt nach der herzlichen Aufnahme in diesem Jahr auch 2016 zwei Mal im September ins Ostseebad.Aber das war’s noch nicht: Phönix schickt am 3. September auch sein neues Flaggschiff nach Eckernförde: die MS Deutschland wird am 3. September dicht unter Land die Anker werfen und die Passagiere in den Binnenhafen ausbooten.

Bisheriger Höhepunkt der noch jungen Eckernförder Kreuzfahrer-Ära.

Die Einwohnerfragestunde im gut gefüllten Ratssaal war gewohnt lebhaft. Die Bürgervorsteherin stieg in die Bütt und war um keine Antwort verlegen. Es ging um nicht abgehaltene Einwohnerversammlungen, das Kino, Parkplätze und Hotelansiedlungen auf dem Exer und am Südstrand. Da die meisten Eingaben, die zumeist von den Vertretern der Bürgerinitiative Bauen in Eckernförde kommen, hinterfragenden bis kritisierenden Charakter haben, ist die Atmosphäre manchmal angespannt bis bleihaltig. Man kennt seine Rechte und fordert klare Antworten. Bürgervorsteherin Karin Himstedt (CDU) war darum nicht verlegen. Sie kennt das Spielchen, ist in ihrer Rolle nicht immer zu beneiden, kann aber auch austeilen. Auf eine Zwischenfrage von Karin Lilie nach der Einberufung einer Einwohnerversammlung vor einer Beschlussfassung zur Exer-Nutzung, erklärte die Bürgervorsteherin, dass Ratsbeschlüsse jederzeit wieder aufgehoben werden könnten. Und dann: „Man darf nicht alles glauben, was in der Zeitung steht.“

Interessant, wie immer das auch gemeint war. Prinzipiell könnte man das sogar ansatzweise nachvollziehen – man sollte immer alles kritisch hinterfragen, auch die Medien. Rüber kam aber etwas anderes: Das war keine Frotzelei, das ging in Richtung Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Lokalpresse. Eine neue „Qualität“ in der öffentlichen Auseinandersetzung?

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von
erstellt am 06.Nov.2015 | 09:15 Uhr

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