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Eckernförder Zeitung

20. Oktober 2017 | 09:48 Uhr

Schattenseiten und Exer-Planungen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

von
erstellt am 21.Jul.2017 | 11:46 Uhr

Terror in der Welt, Morde in Hurghada, ein wütender Despot in der Türkei schrecken die Europäer vom Urlaub in vielen südlichen Regionen ab. Und die verbliebenen spanischen und italienischen Domizile sind überlaufen. Was liegt da näher als Urlaub daheim. Immer mehr Menschen urlauben an den deutschen Küsten, nicht nur in „Meck-Pomm“, sehr gerne auch im Land der Horizonte zwischen den Meeren im sogenannten echten Norden. Das heißt: Auch hier wird’s immer enger und die Quartiere teurer. Wer eine Ferienwohnung besitzt, ist gut dran. Eine sichere Bank, verlässliche Einnahmen, Wertsteigerung. Wer keine hat, guckt sich um.Wird irgendwo ein Haus verkauft, könnte es sein, dass die Besitzer dort nicht selbst einziehen, auch nicht an junge Familien oder Rentnerehepaare vermieten, sondern im Wochenrhythmus an Urlauber. Das bringt mehr. Jahrzehntelang war das kein Thema, selbst in reinen Wohngebieten nicht, wo Ferienwohnungen eigentlich nicht erlaubt sind. Jetzt zeigen sich die Schattenseiten der massiven Ausbreitung: Der ständige Wechsel bringt Unruhe, die Nachbarschaft dünnt aus, Mietquartiere fehlen. Gäbe es nicht das Genossenschaftliche Wohnungsunternehmen (GWU), sähe es weitaus dramatischer aus auf dem Mietwohnungsmarkt in Boom-Town Eckernförde.

Ein Thema, das nach einer kritischen Aufarbeitung und Regelung verlangt.

Es ist in der Tat vertrakt. Ein neues Hotel (mit oder ohne Apartmentanteil) soll her, der Exer ist als Bauplatz auserkoren. Was lange schlüssig zu argumentieren war, gerät immer mehr in Schieflage. Der Exer als wertvolle Freifläche zwischen Strand und Fußgängerzone und wirtschaftlich lukrativer Parkraum liegt offenbar vielen Eckernfördern am Herzen. Und die Stadt kann nicht ohne Weiteres auf die 261 zentralen Parkplätze verzichten. Die müssten von einem Hotelinvestor alle im Nahbereich wieder zur Verfügung gestellt werden – nur wo? Auf dem P+R-Parkplatz am Schulweg ist Platz, um in die Tiefe und Höhe zu gehen und mehrere hundert Parkplätze zu bauen – kein Problem. Nur liegt dort jetzt eine Planung drüber, der B-Plan Nr. 69 „Bahnhofsareal“ mit allerlei anderen Zutaten, die eine isolierte Parkplatzlösung nicht mehr zulassen. Bleibt nur der Grüne Weg oder doch die Preußerstraße, die allerdings schon einmal durch das Aufstockungsraster gefallen ist.

Die Parksituation ist extrem heikel und muss gelöst werden. Eine Exer-Überplanung ohne Kompensation der Parkplätze würde die Situation nur verschärfen. Vielleicht ergeben sich bei einer zentralen Hotelplanung ja doch noch andere Möglichkeiten. Ein Abriss der Stadthalle statt Sanierung und ein von einem Investor finanzierter Neubau eines Hotels mit integrierter Stadthalle wäre eventuell doch eine Option, die zumindest ernsthaft und vorurteilsfrei zu prüfen wäre. Als neues Quartier für die Stadtbücherei und die Touristik wäre die Willers-Jessen-Schule prädestiniert.

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