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Gemeindevertretung : Schallschutz:Villa Fenster bleiben zu

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Anfang Dezember soll neuer Edeka-Markt eröffnen / Bebauungspläne für Gebiet der Villa Hoheneck werden öffentlich ausgelegt

shz.de von
erstellt am 03.Feb.2017 | 06:51 Uhr

Die Sitzung der Altenholzer Gemeindevertretung am Mittwoch war kurz, denn gleich zwei ursprüngliche Tagesordnungspunkte wurden gestrichen, die im Bauausschuss im Januar noch für hitzige Debatten gesorgt hatten: Das Stifter Herrenhaus mit Umgriff und der Gemeindepark am Gemeindezentrum. Beide Projekte hatte der Bauausschuss (vorerst) gestoppt.

Am Beginn der Sitzung informierte Bürgermeister Carlo Ehrich die Bürger über den geplanten Edeka-Markt in Stift. Einige Gemeindevertreter setzten sich noch einmal für die Mieter der Ladenzeile ein, obwohl der Beschluss schon gefallen war. So meldete sich Renate Haberer (CDU) zu Wort: „Die Altmieter der Ladenzeile müssen in den Edeka-Markt mit rein.“ Der Bürgermeister machte klar, dass dieser Zug abgefahren ist: „Das Baukonzept steht. Das lässt sich nicht mehr ändern.“ Er verwies darauf, dass Verhandlungen mit anderen Lebensmittelmärkten, wie Rewe und Coop gescheitert seien und auch in der Ladenzeile Geschäfte leer gestanden hätten. „Wenn sich alle um diesen Standort reißen würden, hätten wir eine bessere Verhandlungsposition gehabt.“ Sönke Haß (Grüne) sprach sich dennoch für Nachverhandlungen aus. Nach Überzeugung des Bürgermeisters würden Nachverhandlungen aber nur zu Verzögerungen des Projektes führen oder Edeka würde am Ende vielleicht sogar noch abspringen.

Wenn alles nach Plan läuft, soll der Markt Anfang Dezember 2017 eröffnen. Mit dem Beginn der Bauarbeiten steht auch der Marktplatz nicht mehr für den Wochenmarkt zur Verfügung. Bis im Rahmen der Stadtsanierung ein neuer Marktplatz entsteht, muss jetzt eine Zwischenlösung gefunden werden. Der Bürgermeister will sich mit den betroffenen Händlern treffen und einige Vorschläge für einen Interimsstandort auf den Tisch legen. Dann soll gemeinsam eine Entscheidung getroffen werden.

Kontrovers wurde die geplante Ortskernsanierung von Stift über das Landes-/Bundesprogramm der Stadtsanierung diskutiert, obwohl diese überhaupt nicht auf der Tagesordnung stand. Bürgermeister Ehrich berichtete darüber, dass er derzeit mit externer professioneller Unterstützung dabei sei, die Ausschreibung für einen Sanierungsträger vorzubereiten. Er sprach sich gegen Einzelmaßnahmen im Vorgriff auf das Sanierungskonzept Ortskern Stift aus. „Sonst bleibt nichts mehr übrig.“ Jürgen Schlüter (CDU) forderte zeitnah einen Zeitplan für den Apothekenneubau und stellte grundsätzlich in Frage, mit der Ortskernsanierung Stift im Stadtsanierungsprogramm zu bleiben. Das sei viel zu bürokratisch. Uwe Johanning (SPD) betonte: „Es geht nicht um Bürokratie, sondern um die Aufwertung des Ortsteiles Stift.“ Dirk Ryll (FDP) sprach sich für einen Zeitplan aus, damit die Ladenbesitzer planen könnten.

Die Gemeindevertretung hat einstimmig beschlossen die erste Änderung des Bebauungsplanes für das Gebiet der „Villa Hoheneck“ öffentlich auszulegen. Bürger und Träger öffentlicher Belange können dann zu dem Entwurf Stellung nehmen, bevor sich die Gemeindevertretung abschließend damit beschäftigen muss. Das Votum erfolgte einstimmig, vorbehaltlich der Zustimmung durch das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR). Das LLUR hatte aufgrund eines Schallgutachtens Vorbehalte bezüglich der Ausweisung als allgemeines Wohngebiet. Dafür sei die Lärmbelastung in der Nacht zu hoch. Auch das Angebot des Vorhabenträgers den Wohnungszuschnitt dahingehend zu verändern, dass die Schlafzimmer auf der Hofseite platziert werden, genügte dem LLUR nicht. Das Landesamt verlangt für die Schlafzimmer Fenster, die nicht geöffnet werden können. Die Fenster bleiben dann also auch am Tage geschlossen, obwohl tagsüber beim Schallschutz noch Luft nach oben ist. Allerdings lässt sich jeweils ein Flügel für Reparaturzwecke öffnen. Der Vorhabenträger will sich auf diese Einschränkung einlassen. Eine alternative Ausweisung des Gebietes „Villa Hoheneck“ als Mischgebiet ist nicht möglich, da in dem Fall ein vierzigprozentiger Gewerbeanteil vorgeschrieben wäre. Dann würden jedenfalls höhere Grenzwerte beim Schallschutz gelten, auch für Wohnungen.

Wie vom Bauausschuss empfohlen, wurde der Entwurf „2. Änderung des Bebauungsplanes Nr. 19 für das Gebiet der Dataport AöR nördlich der Straße Rehmkamp und westlich des Appartement-Parks gebilligt und die öffentliche Auslegung beschlossen. Die Abstimmung erfolgte einheitlich. Bürger und Träger öffentlicher Belange können Stellung beziehen und Einwendungen machen, die die Gemeindevertretung vor ihrer endgültigen Beschlussfassung abwägen muss.

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