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Eckernförder Zeitung

14. Dezember 2017 | 18:20 Uhr

Jubiläum : Schätze der Gettorfer Vergangenheit

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das Heimatmuseum Gettorf wird 20 Jahre alt – Verschönerungsverein lädt am Mittwoch, 27. Januar, zum Empfang

shz.de von
erstellt am 16.Jan.2016 | 06:25 Uhr

Gettorf | Fundstücke aus der Vor- und Frühgeschichte, die Seidel-Sammlung mit wertvollen Möbeln und Keramiken aus dem 19. Jahrhundert, Gerätschaften aus Handwerk, Handel und Landwirtschaft, die alte Schulstube, mehrmals jährlich wechselnde Sonderausstellungen: Seit nunmehr 20 Jahren lässt das Heimatmuseum Gettorf die Historie des Ortes und der Region für Einheimische und Touristen lebendig werden. Dieses Jubiläum möchte der Gettorfer Windmühlen- und Verschönerungsverein, in dessen Verantwortung der Betrieb des Museums liegt, am Mittwoch, 27. Januar, um 15 Uhr mit Mitgliedern und geladenen Gästen bei einem Empfang im Obergeschoss der Mühle feiern. Grußworte haben neben dem Vereinsvorsitzenden und heutigen Museumschef Dr. Dieter Kolbe, der frühere Museumschef Hans-Christian Sacht, der frühere Gettorfer Bürgermeister Dieter Schönfeld und der heutige Bürgermeister Jürgen Baasch angekündigt.

Schon 1933 gab es in Gettorf ein Heimatmuseum, weiß Dr. Dieter Kolbe. Der Lehrer Walter Trede richtete es damals gemeinsam mit Schülern in der Grundschule in der Schulstraße ein. Nach dem Krieg 1945 wurde das Museum geräumt, um in den Räumen Flüchtlinge unterzubringen. Die Gegenstände wurden zwischengelagert. Erst im Keller der Firma Wolters in Gettorf, danach auf dem Dachboden der Sandkrug-Schule in Eckernförde. Später blieben sie verwunden. Nur die Bestandslisten existieren noch. Als sich 1995 die Gelegenheit bot, die private Sammlung des Gettorfer Lehrers August Seidel mit Möbeln, Keramiken und anderen Gegenständen aus dem 18. und 19 Jahrhundert aus dem Museum Eckernförde zurück nach Gettorf zu holen, stimmte die Gemeinde Gettorf zu. Sie erwarb das Grundstück mit Wohnhaus, in dem heute das Museum untergebracht ist, ließ Fenster und Fußböden erneuern, der Windmühlen- und Verschönerungsverein half mit Eigenleistung.

Am 27. Januar 1996 wurde das Heimatmuseum in der Mühlenstraße mit ihrem Herzstück, der Seidel-Sammlung, eröffnet. Auch wenn die Gemeinde damals ihm als Vereinsvorsitzenden den goldenen Schlüssel überreichte, Herz und Hirn des Museums sei immer Hans-Christian Sacht gewesen, betont Dr. Dieter Kolbe. Er habe seine ganze Liebe hineingesteckt, kannte sich aus in der Gettorfer Geschichte, konnte gut erzählen, alle kannten ihn, er war immer der Ansprechpartner. „Nach seinem Rückzug fehlt er uns allen hier sehr.“

Das Herzstück des Museums ist bis heute die Seidel-Sammlung mit Möbeln und Gebrauchsgegenständen vom Barock bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Dazu zählen ein prachtvoller Geschirrschrank um 1750 und Kellinghusener Fayencen aus dem 19. Jahrhundert. Zwei Jahre nach Eröffnung, 1998, wurde nebenan die Remise errichtet, um dort landwirtschaftliche Geräte, Schmiedewerkstatt, Tischlerei, Kutsche und der Marktwagen aus der Fertigung der Gettorfer Firma Broocks unterzubringen.

Vor gut eineinhalb Jahren durfte die von Christine Strüfing in über 25 Jahren zusammengetragene alte Schulstube in das Museum einziehen. Die ehemalige Lehrerin und Rektorin der Grundschule in Felm beschäftigt sich seit Jahren mit der Schulgeschichte im Dänischen Wohld und gibt Schulklassen dort nun Schulunterricht wie vor 100 Jahren. Sonderausstellungen wie zuletzt „Gettorf - Entwicklung eines Dorfes“, „Wildkräuter“, „Unsere traditionelle Schleswig-Holsteinische Küche“ oder „Spielwelt in der Nachkriegszeit“ erarbeitet und setzt die Museums-Mannschaft mit viel Leidenschaft um. Die nächste Sonderausstellung zum Thema „Wirtschaftswunder Gettorf“, entwickelt von Margarita Büttner und Barbara Kemnitz, widmet sich dem Leben in Gettorf in den 50er Jahren. Der Termin wird noch bekannt gegeben.  


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