Kappeln/Lindau : Sanierung der Mole startet im April

So sah es im vergangenen September auf der Mole in Schleimünde aus. Noch besteht die Sperrung, wenn alles nach Plan läuft, soll sie Mitte Mai aufgehoben werden. Foto: Archiv
So sah es im vergangenen September auf der Mole in Schleimünde aus. Noch besteht die Sperrung, wenn alles nach Plan läuft, soll sie Mitte Mai aufgehoben werden. Foto: Archiv

Jahresversammlung des Vereins Naturnaher Wasserwanderplatz Schleimünde. Zugang zum Leuchtturm voraussichtlich ab Mitte Mai wieder möglich.

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04. April 2013, 07:37 Uhr

Kappeln/Lindau | "Ich gehe also davon aus, dass ab Mitte Mai der Leuchtturm wieder angefasst werden darf", erklärte der Vorsitzende des Vereins Naturnaher Wasserwanderplatz Schleimünde, Günther Hoffmann, bei der Jahresversammlung in Lindaumühlenholz. Hoffmann konnte den Satz gar nicht zu Ende sprechen, da wurde er schon durch freudiges Klatschen und Tischeklopfen unterbrochen. Nachdem er die Entwicklungen seit der plötzlichen Sperrung der Mole durch die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung Lübeck (WSV) dargestellt hatte, wirkte die Nachricht über den angekündigten Sanierungstermin Mitte April wie eine Entladung der angestauten Spannung.

Lange Zeit war fraglich, ob die notwendigen Arbeiten an der baufälligen Mole bis zum Sommer fertig gestellt würden, um den Besuchern den Zugang zum Leuchtturm, den Hoffmann als "Wahrzeichen der Region" bezeichnete, wieder zu ermöglichen. Für Unmut hatte vor allem die mangelnde Kommunikation zwischen der WSV und dem Förderverein beziehungsweise der "Lighthouse Foundation", die die Eigentümerin der Lotseninsel ist, gesorgt. Ein Gespräch mit allen Beteiligten im vergangenen Oktober war nach Hoffmanns Angaben zwar positiv verlaufen, es sei aber nichts dabei herausgekommen. Umso mehr freute er sich, eine E-mail der WSV vorlesen zu können, in der konkrete Termine für den Baubeginn genannt wurden. So soll die nötige Sanierung der Mole Mitte April beginnen und zirka drei Wochen dauern.

"Wenn die Arbeiten dann auch wie angekündigt durchgeführt werden, ist die Sache damit erledigt. Ansonsten werde ich mich natürlich wieder bemerkbar machen", erklärte Hoffmann auf Nachfrage. Er sei aber guter Hoffnung, dass die WSV die Bauzeit gut einschätzen könne.

Angesichts der Herausforderungen, die durch die Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes auf die Schleiregion zukämen, freute sich Hoffmann, dass zumindest dieses Pro blem vom Tisch sei. Der Vereinsvorsitzende zeigte sich sehr besorgt über die Kategorisierung der Schlei als "sonstiges Gewässer" und rief noch einmal dazu auf, gegen die Reform aktiv zu werden. Eine gemeinsame Aktion in Schleimünde sei geplant. Genaueres stehe allerdings noch nicht fest. Kassenwartin Monika Krebs stellte dazu die Online-Petition "Stoppt die Reform" des deutschen Motoryachtverbandes vor und ermutigte alle, diese zu unterschreiben.

Die Zusage des Verkehrsministeriums, dass die Verkehrssicherungspflicht der Schlei weiterhin dem Bund obliege, konnte Günther Hoffmann derweil nicht beruhigen. "Es geht hier nicht um Paddelboote", erklärte er, und spielte damit auf die Stellungnahme des Verkehrsministeriums an. "Wo ein Fisch durchkommt, kommt auch ein Paddelboot durch", hieß es dort.

Auch Jens Ambsdorf von der "Lighthouse Foundation" machte seinem Unmut über die Reform Luft. "Wir haben jetzt die Kategorien A, B und C vor uns. Das heißt, es wird nur etwas gemacht, wenn gerade Geld übrig ist", so Ambsdorf. Maßgabe für die Einstufung ist die auf den Wasserstraßen transportierte Gütermenge.

Die Bedeutung für den Tourismus und Wassersport wird nicht berücksichtigt. Notwendige Baggerarbeiten, könnten zu lange aufgeschoben werden, so dass die Schlei durch die fehlende Wassertiefe für größere Boote unbefahrbar wird. Dazu Günther Hoffmann: "Ich weiß nicht, ob die Kommunen wissen, was wirtschaftlich daran hängt."

Im Großen und Ganzen konnte der Förderverein auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Viele Umbauarbeiten und Reparaturen am Anlegeplatz konnten abgeschlossen werden. Das Lotsenhaus wurde renoviert und steht für die kommende Saison als Tagungs- und Bildungsstätte für bis zu 20 Personen zur Verfügung.

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