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Assistenzhundeausbildung : Sanfte Pfoten sorgen für Glücksmomente

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Hospizverein Dänischer Wohld organisiert die zweite Ausbildung von hospizlichen Besuchshunden. Infoabend am 11. April in Gettorf.

shz.de von
erstellt am 06.Apr.2016 | 06:17 Uhr

Vor knapp einem Jahr, im Mai 2015, wurde die erste Ausbildung von hospizlichen Besuchshunden abgeschlossen. Nun geht der Hospizverein Dänischer Wohld in Zusammenarbeit mit der Akademie für Assistenzhundeausbildung in die zweite Runde. „Sanfte Pfoten ist ein ehrenamtlicher Besuchsdienst für kranke Menschen im Dänischen Wohld.

Jeweils ein Hund und ein Halter bilden ein Team. 13 Teams wurden im vergangenen Jahr ausgebildet – und alle sind geblieben. „Jetzt suchen wir Verstärkung“, sagt Dr. Friederike Boissevain. Die Nachfrage nach diesem einzigartigen Angebot ist groß, so wolle man den Anfragen aus dem östlichen Wohld und auch aus Eckernförde gerecht werden.

Einen großen Teil der Ausbildungskosten übernimmt der Hospizverein, dafür stellt das Hunde-Halter-Team seine Dienste ein Jahr lang zur Verfügung. Die Ausbildung wird auch in diesem Jahr von Kati Zimmermann geleitet. Sie ist ausgebildete Assistenzhundetrainerin, hat vorher zwölf Jahre als Altenpflegerin gearbeitet und weiß, worauf es ankommt. „Wir suchen Menschen, die ein großes soziales Engagement mitbringen, die aber auch mit dem Thema Hospiz umgehen können“, erklärte sie. Der Hund sollte zwischen neun Monate und neun Jahre alt sein und über einen guten Grundgehorsam verfügen. „Er muss nicht perfekt sein, es wird ja einiges in der Ausbildung vermittelt“, beschreibt Zimmermann. Aber das Tier dürfe nicht aggressiv oder ängstlich Menschen oder anderen Hunden gegenüber reagieren und müsse sich gern streicheln lassen.

Während der Ausbildung lernen die Halter die Grundinhalte der Hospizarbeit gründlich kennen, die Hunde werden intensiv im Grundgehorsam geschult. Bevor es los gehen kann, müssen sie als allererstes einen Eignungstest bestehen. „Es ist gar nicht selbstverständlich, dass die Tiere ohne mit der Wimper zu zucken, ein Altenheim betreten oder mit dem Fahrstuhl fahren“, weiß Dr. Boissevain.

Gemeinsam mit Kati Zimmermann besuchen Hund und Halter jeweils einen Bewohner, der schwerkrank ist oder sich komplett zurück gezogen hat. Auch demenziell erkrankte Menschen leben bei diesen Besuchen wieder auf. Die Hunde bewerten keine körperlichen oder seelischen Defizite, es ist ihnen egal, wie das Gegenüber aussieht oder riecht. Sie bedenken jeden, den sie besuchen, mit der ihnen eigenen Sympathie und übertragen mit ihrer Entspannung diese innere Ruhe auf den ganzen Raum. „Sie sind Eisbrecher und Seelentröster“, weiß Kati Zimmermann. Über die Tiere bekomme man Kontakt zu den Menschen. „Erinnerungen an das eigene Tier kommen hoch, Spastiken lösen sich, die Motorik wird durch das Kraulen gefördert. Es gibt so viele positive Aspekte“, berichtet die Trainerin.

Aktuell finden regelmäßige Besuche in den Alten,- und Pflegeheimen des Dänischen Wohlds statt, aber auch aus Privathaushalten kommen immer mehr Anfragen. Kathrin Gullich, Leitung Soziale Betreuung, und Jens Kahl, Betreuungskraft im Seniorenzentrum, Am Kapernhof, in Altenholz können von den positiven Reaktionen der Bewohner berichten. „Es tut ihnen gut. Wir haben ja auch viele Bewohner, die keine Angehörigen haben und die Hunde gehen sehr sensibel auf diese Menschen ein“, erklärt Kahl. „Die Sanften Pfoten sind therapeutisch sehr wertvoll. Wenn Sie mal glückliche Menschen sehen wollen, kommen Sie her und gucken Sie unsere Bewohner an, nachdem die Hunde hier waren“.


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