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Kita-Plätze : Sahneblick auf die große Baustelle

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Amt Dänischer Wohld: Bedarf im Ü3-Bereich ist groß / Ab 2018 fehlen 21 Plätze / Festhalten an Kita im alten GSC-Heim als Option

shz.de von
erstellt am 25.Okt.2017 | 06:19 Uhr

Gettorf | Die Kindertagesstätte im ehemaligen Vereinsheim des Gettorfer Sportclubs (GSC) sollte eine Übergangslösung sein. Wegen fehlender Kita-Plätze ab 2018 ist nun in der Gemeinde von einem Festhalten an dem Provisorium die Rede.

Ein Kran dreht sich im Baugebiet „Triangel“ in Gettorf. Fasziniert beobachten Mädchen und Jungen in besagter Kindertagesstätte der Pädiko (Verein für pädagogische Initiative und Kommunikation) das Spektakel – ihre Nasen an eine große Fensterscheibe gedrückt. „Da fahren immer neue Baustellenfahrzeuge“, berichtet Ole (4), der das Geschehen auf dem früheren Sportplatz verfolgt.

Laut Marlene Hinrichsen, stellvertretende Kita-Leiterin, stehen die 39 Kinder gern auf der Fensterbank, um die Bauarbeiten an den Mehr- und Einfamilienhäusern zu bestaunen. Es sind Zuschauerplätze mit Sahneblick aus der ersten Reihe.

Der Kita-Standort wird nach den Worten von Gettorfs Bürgermeister Jürgen Baasch (SPD), der an diesem Vormittag der Pädiko-Einrichtung einen Besuch abstattet, womöglich noch bestehen bleiben. Dabei war das ehemalige GSC-Vereinsheim ursprünglich als Übergangslösung gedacht. Grund für die mögliche Kehrtwende der Gemeinde ist dem Bürgermeister zufolge eine Prognose vom Amt Dänischer Wohld, wonach im Sommer 2018 über 20 Kita-Plätze für Mädchen und Jungen über drei Jahren (Ü3) in Gettorf fehlen werden – obwohl Ende Oktober oder Anfang November am Ofeld die neue Pädiko-Kita mit gleich fünf Gruppen fertig werde. Laut Baasch liegen die Baukosten dafür übrigens bei etwa 2,4 Millionen Euro (inklusive Außenanlagen).

Gettorf ist eine wachsende Gemeinde, gerade aufgrund der Neubaugebiete. „Aber die Infrastruktur muss mitwachsen“, so der Bürgermeister. Nach Aussage der Verwaltung werden die Prognosen „auf Basis der aktuellen Geburtszahlen sowie auf deren Hochrechnung, der neu entstehenden Wohneinheiten und der Prognose des Wechsels im Altbaubestand erstellt“. Gleichwohl zeige die Auswertung, dass sich der Bedarf im U3-Bereich – also für Kinder unter drei Jahren – voraussichtlich durch die vorhandenen Krippenplätze und die private Tagespflege decken lasse.

Hält die Gemeinde tatsächlich an dem alten GSC-Heim fest? Laut Baasch soll darüber noch in den kommunalen Gremien beraten werden. „Eigentlich sollte das Gebäude ja bald abgerissen werden, weil es aus energetischer Sicht dürftig ist“, erläutert der 73-Jährige mit Blick auf die mäßige Dämmung. Auf der Fläche waren Einfamilienhäuser vorgesehen. Wegen der fehlenden Ü3-Plätze könnte sich das Blatt nun wenden.

Laut Bürgermeister wird in der Gemeinde sogar schon über einen weiteren Kita-Neubau gesprochen. „Ich kenne aber kein gemeindeeigenes Grundstück, wo eine Kita gebaut werden könnte“, so Baasch. Zudem stehe die Frage im Raum, ob sich eine zusätzliche Kita in Gettorf überhaupt lohne. So verweist der Bürgermeister auf weitere Prognosen der Verwaltung, wonach die Kinderzahlen 2020/2021 voraussichtlich wieder sinken werden. Daher wäre ein Festhalten am Provisorium zum Überbrücken des Zeitraumes durchaus sinnvoll, so Baasch. Allerdings müsste die Gemeinde in diesem Fall erneut in das ehemalige GSC-Heim investieren. Er rechnet mit rund 50  000 Euro.

Unterdessen stehen die Kinder in der Pädiko-Kita im früheren GSC-Vereinsheim weiterhin in der ersten Reihe – und beobachten gespannt die Vorgänge auf der Baustelle vor ihrer Nase.

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