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Piratenspektakel in Eckernförde : Säbel, ein Schatz und ein heißer Sieg

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Piratenspektakel sorgt für drei Tage volles Programm in der Stadt. Die Touristik zeigt sich mit geschätzten 180 000 Besuchern zufrieden.

Eckernförde | Sommer, Sonne, Ferienzeit, und dann das ganz große Programm für Jung und Alt: Die Piraten sind in der Stadt! Nach den ersten heftigen Kämpfen am Freitag – mit Gefangennahme des Eckernförder Bürgermeisters Jörg Sibbel – tobten die wilden Gesellen auch am Sonnabend durch Bucht und Hafen.

Für ihr Piraten-Lager hatten sich die finsteren Gesellen einen idealen Platz ausgesucht: Direkt neben dem OIC schlugen sie ihre Zelte auf, richteten sich mit Feuer- und Herdstellen, massivem Holzgestühl, improvisierten Wäscheleinen, mit allem Sack und Pack zünftig ein. Abenteuerliche Gestalten bevölkerten nun den Strand: Mit dicken Bärten, breitkrempigen Hüten, klimperndem Silberschmuck standen sie in nichts den Piratinnen nach. Die zogen mit langen ungebändigten Mähnen, mit eng geschnürten Miedern und weit schwingenden Röcken gern viele Blicke auf sich. Die einen verwandelten brave Kindergesichter mit gemalten Narben, Bärten und Augenklappen in Piraten der nächsten Generation.

Die nächsten tricksten mit langen Luftballons, bis sie aus ihnen rosa und blaue Schwerter für Kinderhände gebastelt hatten. Die „großen“ Lagerbesucher durften schon mal einen Blick auf den riesigen Piratenschatz werfen, der mit viel Gold und Silber im dunklen Zelt schimmerte. Gleich nebenan entdeckte man im abgedunkelten Käfig den Bürgermeister – man sah von ihm allerdings nur einen Fuß, und der Rest war auch nicht so deutlich zu erkennen.

Erkan, der Piraten-XXL-Koch, wetzt schon die Messer.
Erkan, der Piraten-XXL-Koch, wetzt schon die Messer. Foto: Meisner-Zimmermann
 

Ein lebendiges Lagerleben unter der schwarzen Piratenflagge, dort wo „Erkan der XXL-Koch“ zu seinem 56. aus rauhen Kehlen ein wildes Geburtstagslied gegrölt bekam. Lange auf der faulen Haut zu liegen, war nicht drin. Schon gings gestiefelt und säbelrasselnd zum Hafen an die Holzbrücke. Dort wollten die angriffslustigen Freibeuter der Stadtgarde Mores lehren. Man sah vor lauter Menschen die Kämpfer nicht, hörte nur rauhes Gebrüll und Flintenknallen, einer fiel über Bord, Magister Wigbold – selber einst ein Seeräuber – mischte ordentlich mit, und dann war alles schnell vorüber. Die Piraten hatten wieder mal gewonnen.

Jedoch gab die Stadtgarde nicht auf, sie wollte es wissen, und am späten Nachmittag kam es ein weiteres Mal zum Kampf. Zwischen Piratenlager und OIC sollte die Schlacht ausgetragen werden. Zuhauf kamen Kinder und ihre Begleiter – keiner wollte sich das Spektakel entgehen lassen. Absperrung, Sitzen und Warten im Sand, die Seeräuber hatten schon die große Kanone am Strand aufgebaut, sie alle standen gefechtsbereit, die Aufregung wuchs, die Spannung war riesig – und dann ließ die Stadtgarde auf sich warten.

Warten auf die Stadtgarde – Seeräuber-Multitalent Black hält Jung und Alt solange bei Laune.
Warten auf die Stadtgarde – Seeräuber-Multitalent Black hält Jung und Alt solange bei Laune. Foto: Meisner-Zimmermann
 

Pirat Black mit Mikrofon und unverwüstlicher Stimme hatte jedoch alles im Griff. Er organisierte mit dem Nachwuchs tolle Sprechchöre: „Wir sind Piraten!“ schallte es über den Strand, und hunderte von kleinen Fäusten wurden gen Himmel gereckt. Aber die Garde war noch immer nicht in Sicht. Da bekamen ganz mutige Minipiraten die Chance, für alle im Micro-Solo ein wildes Lied zu schmettern, so auch Raffael (5), der brausenden Beifall bekam. Und dann endlich: das Schiff, Kanonenböller, die Garde gegen die Piraten – ein heißer, schneller Kampf. Und wer blieb Sieger? Die Seeräuber natürlich.

Montag wollen sie trotzdem weiterziehen, wieder auf Kaperfahrt gehen. Wilde neue Abenteuer locken.

Touristik-Chef Stefan Borgmann zeigte sich gestern auf Nachfrage zufrieden. Mit geschätzten 180  000 Besuchern war das Piratenspektakel in diesem Jahr so erfolgreich wie nie. Den Grund dafür sehe er in den verregneten Tagen im Vorfeld der Veranstaltung. „Dadurch sind die Leute besonders veranstaltungshungrig“, vermutete Borgmann.

 
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