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Eckernförder Zeitung

12. Dezember 2017 | 21:04 Uhr

Russischer Kompositionspreis für Eckert

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Eckernförder Komponist Gerald Eckert wird in Jekaterinenburg in der Kategorie „Akusmatische Musik“ für seine Vertonung von Umweltproblemen ausgezeichnet

von
erstellt am 02.Dez.2015 | 00:32 Uhr

Der Eckernförder Komponist und „Vater“ der Neuen Musik, Gerald Eckert, hat einen weiteren internationalen Preis gewonnen. Beim Kompositionswettbewerb „SYNC.2015“-Festival in Jekaterinenburg / Russland hat er einen Kompositionspreis gewonnen. Eckert wurde mit dem 2. Preis in der Kategorie „Akusmatische Musik“ ausgezeichnet. Der Begriff Akusmatik (griechisch Akousma „auditive Wahrnehmung“) bezeichnet eine Musik, deren Klangerzeugungsmittel nicht sichtbar und meist auch nicht identifizierbar sind. Es entsteht eine Situation reinen Hörens, da die Aufmerksamkeit nicht durch eine sichtbare oder vorhersehbare Klangquelle beeinflusst wird (Quelle: Wikipedia). Anlass für das Festival war das 25-jährige Jubiläum des elektroakustischen Studios des Konservatoriums in Jekaterinenburg. Es gilt als eines der wichtigen Studios in Russland, dass seit Jahren auch internationale Festivals und Wettbewerbe austrägt.

Da die „ästhetischen Sichtweisen“ in Russland doch anders sind als zum Beispiel in Mitteleuropa, freut sich der Eckernförder Komponist über diesen Preis besonders. Bemerkenswert war auch die Internationalität der Preisträger – die Gewinner kamen aus Australien, Italien, Großbritannien, China, Frankreich und Deutschland.

Gerald Eckert erhielt den Preis für sein 2014 entstandenes Werk „Cer“, einer 2-(4)-Kanal-Tonband-Aufnahme. Darin hat Eckert die Folgen des stark umweltbelastenden Abbaus des Rohstoffes Seltene Erden vertont. „Cer“ ist eines der Elemente der Seltenen Erden und kommt fast ausschließlich in Verbindung mit anderen Elementen vor. Er hat die Leere der ruinenhaften Abbrüche als Ausgangspunkt für Neues oder für eine komplette Zerstörung und damit Niederlage menschlichen Strebens in den Mittelpunkt seiner Arbeit gestellt. Das „musikalische Ausgangsmaterial“ besteht aus Industrieklängen (Hafenanlagen, Eisenbahnbrücken), Instrumentalklängen in Industriehallen sowie menschlichen Sprachfetzen, die diese Leere durch verschiedenartige Transformationen und Überlagerungen nachzeichnet, beschreibt der Komponist sein Werk.

Während des Preisträgerkonzerts in Jekaterinenburg wurde auch sein Stück aufgeführt.




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