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Sozialausschuss : Runder Tisch: Vernetzung und gebündelte Kräfte

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

„Ich weiß aus vielen Projekten: Das Geld liegt auf der Straße. Man muss es nur einsammeln.“, so Gerhard Witte (SPD), Vorsitzender des Ausschusses für Kultur, Sport, Jugend und Soziales der Gemeinde Gettorf am vergangenen Montagabend. Bisher ist einiges von dem Geld liegen geblieben, weil viele Akteure im sozialen Bereich nebeneinander her arbeiten, so ein Fazit der Sitzung. Die Berichte des Jugendbeirates, der AWO, der Bibliothek und der Anlaufstelle für Senioren hatten deutlich gemacht, dass es in Gettorf viele Aktivitäten für alle Altersgruppen gibt. Aber es fehlt an der Vernetzung. Ein runder Tisch soll nun zunächst einmal die Akteure aus den Bereichen Kinder, Jugend und Schule zusammenbringen. Das beschloss der Ausschuss einstimmig.

Im 2. Quartal soll er sich erstmals treffen. Eingeladen werden die Schulen, sowie die Vereine und Verbände, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Außerdem soll jede Fraktion der Gemeindevertretung ein bis zwei Vertreter entsenden. Gemeinsam können Geldquellen besser aufgespürt werden, erhofft sich der Vorsitzende.

Der Jugendbeirat berichtete von den Aktivitäten des letzten Jahres und den Plänen für 2017. So besuchten ca. 100 Jugendliche das 6. Jugendkino und 70 Gäste kamen zur 2. Teenie-Disco im Januar. Zum GeoCaching-Projekt trafen sich Jugendliche wöchentlich um mit ihrem Tablet in der Natur unterwegs zu sein, Aufgaben zu lösen und Spaß zu haben. Die Jugend Lounge im Sander Weg 37 wurde in Eigenleistung renoviert und eine Küche eingebaut. Auch für dieses Jahr haben sich die engagierten jungen Leute wieder einiges vorgenommen, zum Beispiel eine Handwerkerwoche, weil „immer weniger Jugendliche handwerklich begabt sind“, so Lars Witte vom Jugendbeirat. Per WhatsApp will der Jugendbeirat demnächst seine Termine direkt auf die Handys der Jugendlichen bringen.

Silke Knippschild von der Geschäftsführung der Awo gab einen umfassenden Bericht über die vier Arbeitsfelder des Awo-Familienzentrums in Gettorf: Beratung, Freizeitangebote, Bildung und Hilfen. Mitunter lassen sich diese Arbeitsfelder aber nicht so klar trennen, etwa bei der Arbeit mit Flüchtlingskindern und deren Müttern. So hat das Familienzentrum ein Patenschaftsprogramm für Kinder entwickelt, indem sich jeweils ein deutsches Kind um ein Flüchtlingskind kümmert, ihm in der Schule hilft, aber auch mitnimmt zu Freizeitaktivitäten. Bei Sprachkursen arbeitet die Awo mit der Volkshochschule zusammen. Während Mütter Deutsch lernen, organisiert die Awo Freizeitangebote für die Kinder. In den Sommerferien gab es auch Sprachkurse für die Kinder.

Der Ferienbegleiter der Awo, dem auch die Gemeindevertretung Gettorf den Zuschuss gekürzt hatte, kam am Montagabend wie erwartet auch zur Sprache. Silke Knippschild zeigte sich enttäuscht über die Kürzungen einiger Kommunen – andere hatten den Zuschuss ganz gestrichen. Die Kürzungen haben dazu geführt, dass die kommerziellen Anbieter im Ferienbegleiter um Mitfinanzierung gebeten wurden und dies 2017 erstmals auch tun.

Die stellvertretende Ausschussvorsitzende Bodil Maria Busch (Bündnis 90/Die Grünen) zeigte sich zufrieden. „Es ist sehr sinnvoll, dass sich die kommerziellen Anbieter an der Finanzierung beteiligen. Das hätten wir uns schon früher gewünscht, denn für die war das bisher kostenlose Werbung.“

Die Anlaufstelle für Senioren besteht seit dem 3. Mai 2016. In der gemeinsamen Einrichtung der Gemeinde, des Seniorenbeirates und der Gettorfer Verbände können sich Senioren kostenlos beraten lassen. Die Anlaufstelle werde gut nachgefragt, so Silvia Behrendt. Häufig geht es um Hilfe bei Antragsstellungen. „Der Papierkram überfordert die Senioren häufig“, so Behrendt. Aber auch mit technischen Problemen wenden sich die Senioren an das Büro. So gebe es inzwischen eine gute Zusammenarbeit mit dem Jugendbeirat. Jugendliche würden Senioren bei Bedarf helfen mit dem neuen Handy oder Laptop klar zu kommen. Die Anlaufstelle wird jetzt in die Verlängerung um ein weiteres Jahr gehen. Der Beschluss im Ausschuss fiel einstimmig.




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erstellt am 08.Feb.2017 | 08:16 Uhr

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