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Eckernförder Zeitung

20. August 2017 | 02:43 Uhr

Runder Tisch: Klemm greift zu kurz

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Schulentwicklungsplanung sollte auf eine möglichst breite Basis gestellt werden und ein offener und transparenter Prozess sein

Der Runde Tisch zur Schulentwicklungsplanung setzt sich für mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung in Fragen der Eckernförder Bildungspolitik ein. Die vierte Sitzung des Runden Tisches mit Vertretern der Eltern, Kitas, Schulelternbeiräten und des SSW in der Mensa der Grund- und Gemeinschaftsschule am Pferdemarkt stand ganz im Zeichen der strategischen Ausrichtung des Gremiums und der Vorstellung der Aktivitäten aus den Arbeitsgruppen.

Moderator Stefan Schnaut unterrichtete zu Beginn über einen Antrag der Partei „Die Linke“ an die Ratsversammlung in Bergisch Gladbach. Dort habe man mehr Bürgerbeteiligung und die Etablierung eines Runden Tisches verlangt, um alle Akteure und Beteiligte wie Schulen, Eltern, Lehrer, Fraktionen, Verwaltung, Verbände sowie Initiativen und Vereine an der Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes einzubinden. Ebenso solle dort die Verwaltung ein Internetforum einrichten, damit sich alle Bürger an der Debatte beteiligen könnten. Auf Nachfrage in Bergisch Gladbach, welche Aktivitäten dieser Antrag im Stadtparlament ausgelöst hat, antwortete der dortige Fraktionsvorsitzende dem anfragenden Stefan Schnaut: Keine – die kommunalpolitischen Kräfte in Bergisch Gladbach wären sich einig, dass ein Runder Tisch die inhaltliche Debatte nicht wesentlich vorantreibe und zu unbequem sei. Moderator Schnaut zog dann eine Parallele zu Eckernförde und war sich mit den Anwesenden einig, dass zukünftig ein Prozess in Gang gebracht werden müsse, der alle Kräfte und Akteure zusammenführt, „damit die besten Entscheidungen für die Schullandschaft erarbeitet werden“.

Der Runde Tisch bemängelte konkret, dass es in Eckernförde keinen eigens erstellten und evaluierten Schulentwicklungsplan gebe, sondern dass das Gutachten des Bildungswissenschaftlers Prof. Dr. Klaus Klemm eins zu eins per Ratsbeschluss zu diesem gemacht worden sei. Susanne Stobbe und Dr. Bettina Stein, Sprecherinnen der Arbeitsgruppe Inklusion, informierten den Runden Tisch über einen Brief an den Schulrat André Berg, in dem von der AG konkrete Zahlen, Daten und Fakten über die Konzepte, Bedarfe und die Qualitätssicherung am Standort abgefragt werden. Schulrat Berg sicherte die baldige Beantwortung der Fragen zu.

Da der Sprecher der AG Schulentwicklungsplanung, Prof. Dr. Dirk Nowotka, verhindert war, gab Schnaut einen Stand über die Aktivitäten. Die AG entwickle gerade einen Fragenkatalog, mit dem sie an alle Schulen in Eckernförde herantreten möchte, um qualitative Aspekte eines jeden Schulstandortes zu erheben. Sie wünscht sich dabei eine aktive Unterstützung durch die Schulleitungen. Hinsichtlich der Raummehrbedarfe der Jungmannschule und der Peter-Ustinov-Schule im Schulzentrum Süd erklärte Schnaut, dass die angelieferten Zahlen und Begründungen der beiden Schulleitungen durch die Verwaltung nicht öffentlich gemacht und auch nicht kritisch hinterfragt würden. Derzeit werde durch den Runden Tisch geprüft, ob das Informationszugangsgesetz die Stadtverwaltung dazu veranlassen kann, eine kostenfreie Herausgabe der Inhalte zu ermöglichen. Für den Runden Tisch sei es nicht hinnehmbar, dass bislang keine Transparenz hergestellt werden konnte.

>Der nächste Runde Tisch findet am 18. Mai um 20 Uhr statt. Der Veranstaltungsort wird noch bekanntgegeben.



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erstellt am 28.Mär.2015 | 06:16 Uhr

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