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Eckernförder Zeitung

15. Dezember 2017 | 23:28 Uhr

Runder Tisch für sauberes Wasser

vom

Runder Tisch der Anliegergemeinden von Hüttener Au und Osterbek / Kosel und Fleckeby werden gemeinsam Laichkammkraut entfernen

shz.de von
erstellt am 17.Aug.2013 | 07:26 Uhr

Amt Schlei-Ostsee | Eine zu hohe Keimbelastung an der Badestelle Götheby im Bereich der Einmündung der Hüttener Au der Gemeinde Fleckeby hat jetzt zur Schließung und inzwischen zur Verlegung der Badestelle um rund 100 Meter weiter in Richtung Kosel geführt. Zudem sorgte das so genannte Kammlaichkraut wiederholt für Probleme an den Badestellen der Gemeinden Fleckeby und Kosel (wir berichteten). Angesichts dieser Entwicklungen fand gestern ein Erfahrungsaustausch von Schleianliegern, dem Amt Schlei-Ostsee, Vertretern des Kreises Rendsburg-Eckernförde, von Verbänden sowie des Umweltministeriums und Landesämtern im Amt statt.

Tenor der fast vierstündigen Beratung mit insgesamt 34 Beteiligten war, dass die Schlei als Lebensraum ein sehr vielschichtiges Gefüge darstellt. "Es war ein sehr guter Erfahrungsaustausch zwischen allen Beteiligten", stellte Amtsdirektor Gunnar Bock fest. Eine Erkenntnis sei gewesen, dass man einen sehr langen Atem haben müsse, um die Wasserqualität der Schlei zu verbessern, machte Cornelia Plewa deutlich, die als Vertreterin der Aktiv Region Schlei-Ostsee die Tagung moderierte.

Da eine gesamte Betrachtung der Schlei mit einem Einzugsgebiet von rund 600 Quadratkilometern nicht möglich sei, verständigen sich die Teilnehmer auf den lokalen Schwerpunkt - Einzugsgebiet der Hüttener Au und der Osterbek - die im Bereich Götheby in die Schlei münden. Geplant ist ein Runder Tisch der rund 15 Gemeinden aus den Ämtern Hüttener Berge und Schlei-Ostsee, die an den beiden Auen liegen, berichtete Bock. Dort soll über Möglichkeiten zur Wasserverbesserung auf kommunaler Ebene beraten werden. Mit am Tisch sollen dann auch Vertreter des Bauernverbandes und der Landwirtschaftskammer sein. Vorbild für das Gremium könnte der Runde Tisch zur Verbesserung der Wasserqualität am Wittensee und Bistensee sein. In einem Aspekt könnten die Kläranlagen und auch Hauskläranlagen betrachtet, um sie möglicherweise zu optimieren, um den möglichen Eintrag von Kolibakterien in die Schlei zu reduzieren.

Viel sei auch bereits geleistet worden, machte Heini Schulz als Vertreter der Wasser- und Bodenverbände deutlich. So seien rund 150 Hektar landwirtschaftliche Fläche an den Vorflutern in extensive Nutzung genommen worden. Finanzielle Unterstützung könnten die Gemeinden auf Antrag für Projekte über den Landesbetrieb Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) erhalten, die die Renaturierung von Vorflutern mit EU-Mitteln nach der Wasserrahmenrichtlinie fördern könnten, so Bock.

Ganz konkrete Schritte kündigte Ursula Schwarzer (SPD) Bürgermeisterin von Fleckeby an. So werde die Gemeinde drei vorhandene Regenrückhaltebecken entschlammen, um mögliche Keimausträge zu reduzieren. Darüber hinaus wird in Rücksprache mit dem Amt und dem Fachdienst Wasser, Bodenschutz und Abfall des Kreises eine Beprobung der ehemaligen Müllkippe im Bereich Möhlhorsterweg (wir berichteten) in Kürze veranlasst. "Wir wollen sehr transparent mit unseren Untersuchungen umgehen", stellte Schwarzer fest. "Welche Parameter genau erfasst werden, müssen wir noch klären", bestätigte Michael Wittl, Leiter des Fachdienstes, das Vorhaben. Die Ergebnisse der Beprobung sollen in einer Einwohnerversammlung vorgestellt werden. Darüber hinaus werden Kosel und Fleckeby gemeinsam an ihren künftig etwas kleineren Badestellen das Kammkraut mechanisch entfernen. Die Erlaubnis der Fachbehörden dafür liege vor, so Bock. Man rechne mit ein bis zwei Aktionen während der Saison, erklärte Kosels Bürgermeister Hartmut Keinberger (CDU). Flankierend dazu wird in diesem Schuljahr ein Schüler der Stiftung Louisenlund eine Projektarbeit für das Abitur erstellen, in der er Wasserhygienedaten im Bereich Louisenlund erfasst und auswertet. Von grundsätzlichem Interesse an einer intakten Schlei sprach Max Triphaus als Geschäftsführer der Ostseefjord Schlei GmbH aus Sicht des Tourismus, wie Bock berichtete. Er sprach davon, dass man die Schlei als Tochter der Ostsee sehe, nicht aber als Stieftochter.

Dankbar für das große Interesse stellten Keinberger und Schwarzer fest, dass das Treffen ihnen gezeigt habe, wie stark vernetzt man sei und wer Ansprechpartner sei, damit man gemeinsam etwas für die Schlei schaffen könne.

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