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Umfrage : Rund 600 Menschen befragt: Ja zu den Schnackpunkten

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die angehenden Kaufmännischen Assistenten des Berufsbildungszentrums haben empirisch untersucht, ob Eckernförde öffentliche Treffpunkte, sogenannte Schnackpunkte, benötigt. Dafür haben sie sich mächtig ins Zeug gelegt.

shz.de von
erstellt am 16.Jun.2015 | 06:46 Uhr

Eckernförde | Braucht Eckernförde „Schnackpunkte“? Orte, an denen sich Menschen locker begegnen, sich aufhalten und ins Gespräch kommen können? Oder genügt da der Straßenrand und das Café in der Fußgängerzone? Genau das hat die Klasse der Kaufmännischen Assistenten (KA 14F) des Berufsbildungszentrums (BBZ) jetzt über eine Umfrage herausgefunden. Die Erkenntnisse nutzt die Eckernförde Touristik und Marketing GmbH (ETMG) und leitet sie an die Politik weiter. Ob am Ende des Prozesses tatsächlich öffentliche Treffpunkte stehen, bleibt abzuwarten.

Es ist das siebte gemeinsame Projekt von ETMG und BBZ. Die ETMG gibt an, welche Fragestellung sie mit empirischen Daten untermauert haben möchte, und das BBZ kann den Schülern lebensnahe Problemstellungen bieten statt nur trockene Theorie – für beide Seiten ein Gewinn. Lehrer Per Hansen und Geschäftsführer Stefan Borgmann sind schon ein eingespieltes Team.

Die Ergebnisse des Projekts präsentierten gestern Jana Grawe, Jessica Gerlach, Robin Möller und Stefanie Welte stellvertretend für ihre Mitschüler in ihren Unterrichtsräumen im Baltic Sea International Campus (BSIV): Über 500 Passanten im Alter von unter 18 bis über 60 Jahren haben die Schüler auf der Straße befragt. Hinzu kommen die Inhaber und Geschäftsführer von 60 Unternehmen in der Kieler Straße sowie drei von sieben Ratsparteien, die alle angeschrieben worden waren.

Auf einer Skala von 1 bis 10 (1=nicht sinnvoll, 10=sehr sinnvoll) bewerteten die meisten Menschen die Schnackpunkte in ihrer Sinnhaftigkeit mit 5 und 6 und auch 10. Dabei sprachen sich die Eckernförder Bürger mehr für die Idee aus als Besucher und Gäste. Die Schnackpunkte sollten mit einer Überdachung und einem Sonnenschirm ausgestattet sein. Gut kamen die Vorschläge an, W-Lan und Mülleimer zu installieren und eine Möglichkeit der Information für Stadtaktivitäten zu bieten. Als schlecht dagegen wurde zum Beispiel der Vorschlag bewertet, freie Flächen für Werbezwecke zu vermieten. „Überraschend war für uns, dass die Geschäftsleute selbst größtenteils diese Idee ablehnten, weil ihnen schon genug Werbemöglichkeiten gegeben seien“, erklärte Jessica Gerlach.

In einer ersten eigenen Kostenschätzung kamen die Schüler auf 750 Euro für das Material pro Schnackpunkt plus Architektenkosten. Da stellte Borgmann mit 20  000 Euro pro Einrichtung eine etwas andere Rechnung auf. Als mögliche Aufstellungsorte nannten die Schüler zum Beispiel den Gänsemarkt und den Innenhafen.

Am Ende überwogen für die Schüler die positiven Aspekte: mehr Treffpunktmöglichkeiten, mehr Sitzfläche, tourismusfördernd und eine gute Infoquelle seien die Schnackpunkte. Dagegen sprächen die Anschaffungs- und laufenden Kosten, der dadurch verloren gehende öffentliche Platz und die Instandhaltung. Das Fazit der Schüler: „Wir würden uns über eine Umsetzung der Schnackpunkte freuen.“

Ein großes Lob für die professionelle Arbeit gab es von Stefan Borgmann: „Großartig, damit kann was anfangen.“ Er wird die Präsentation an die Interfraktionelle Arbeitsgruppe zur Gestaltung der Kieler Straße weitergeben. „Ob die Schnackpunkte nachher umgesetzt werden, weiß ich aber nicht“, so Borgmann. Er verwies jedoch auf das geplante Parkplatzrabattierungssystem, dessen Einführung auch von Berufsschülern untersucht wurde und demnächst eins zu eins umgesetzt werden soll.

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